Neue Studie der KfW: Corona-Krise lässt Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit sinken

Datum
24.11.2021

Im Jahr 2020 ist die Präferenz für eine berufliche Selbstständigkeit in der Erwerbsbevölkerung gesunken. Nur 24 % (2019: 26 %) würden sich unabhängig
von ihrer aktuellen Situation für die Selbstständigkeit als Erwerbstätigkeit entscheiden – 74 % präferieren eine Anstellung (+3 Prozentpunkte). Die Entwicklung dürfte mit den pandemiebedingten wirtschaftlichen Belastungen zu erklären sein, die ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis hervorgerufen haben.

Selbstständige waren von den Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Krise wie Kontaktbeschränkungen und Betriebsschließungen besonders betroffen. Ihre Einkommensunsicherheit ist gestiegen, während sie bei Arbeitnehmern durch das Kurzarbeitergeld häufig abgefangen werden konnte.

Frauen stärker betroffen als Männer
Die Präferenz für eine berufliche Selbstständigkeit entwickelte sich bei Männern und Frauen über die Jahre etwa parallel zueinander. Auch beim Rückgang 2020 war dies so. Da Frauen aber seltener eine Selbstständigkeit präferieren (in Deutschland wie auch international), ist das Minus bei ihnen relativ stärker. Männer präferierten eine Selbstständigkeit 2020 somit rund 1,8-mal häufiger als Frauen. Diese Relation lag noch nie höher. Frauen leisten immer noch den größeren Anteil an Haus- und Sorgearbeit.

Durch Homeschooling und Kitaschließungen wuchs diese Belastung 2020 deutlich an. Möglicherweise gewannen damit auch die Vorteile einer abhängigen Beschäftigung etwas stärker an Bedeutung.

Den Gründungsgeist neu zu entfachen ist eine wichtige, wenn auch herausfordernde Aufgabe.