ZEW-Kurzexpertise zu Soloselbständigen in der Corona-Krise

Datum
29.05.2020

Das ZEW hat eine Umfrage unter Soloselbständigen durchgeführt zu Corona-bedingten Verlusten und der Bedeutung der Digitalisierung.

Eine ZEW-Kurzexpertise liefert auf Basis einer Befragung von über 16.000 Soloselbständigen Erkenntnisse, wie stark diese in Deutschland von der Corona-Pandemie betroffen sind und inwieweit die Digitalisierung ihnen hilft, die Krise zu bewältigen. Hoch digitalisierte Soloselbständige zeigten sich dabei deutlich krisenresistenter. So waren aufgrund der einschränkenden Maßnahmen zum Zeitpunkt der Befragung etwa drei Viertel der Soloselbständigen mit einem sehr niedrigen Digitalisierungsgrad des Angebots nicht mehr in der Lage, die eigene Tätigkeit auszuüben. Unter den sehr hoch digitalisierten Soloselbständigen waren es dagegen nur 28 Prozent.

Vor dem Ausbruch der Pandemie waren die internen Geschäftsprozesse bei jedem Zweiten der befragten Soloselbständigen hoch digitalisiert, während Angebotspalette und Kundenberatung bei jeweils einem Drittel hoch digitalisiert waren. Der aktuell hohe Anpassungsdruck hat allerdings zu deutlichen Fortschritten geführt. Durch die Krise hat etwa jeder Dritte der befragten Soloselbständigen bei der Digitalisierung zugelegt. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Bereiche Training und Schule, Gesundheit, Soziale Arbeit sowie stationärer Handel. Dennoch hält es jede Vierte, jeder Vierte der befragten Soloselbständigen für sehr wahrscheinlich, die eigene Selbständigkeit in den nächsten zwölf Monaten aufgeben zu müssen.