Weihnachtsfeiern und das Finanzamt

Datum
12.11.2018

Die DATEV eG informiert über die steuerlichen Aspekte, die bei Weihnachtsfeiern im Unternehmen zu bedenken sind.

Unternehmen, die eine betriebliche Weihnachtsfeier planen, sollten sich frühzeitig Gedanken machen. Denn es sind Räume zu mieten, Essen zu bestellen und Geschenke zu besorgen. Betriebsveranstaltungen wie die Weihnachtsfeier liegen grundsätzlich im eigenbetrieblichen Interesse des Unternehmens und sind deshalb lohnsteuerfrei. Allerdings hat die Finanzverwaltung für die Steuer- und Beitragsfreiheit enge Grenzen gesteckt. Denn die Lohnsteuerfreiheit gilt nur bis zu einem Freibetrag von 110 Euro pro Arbeitnehmer. Ausgaben oberhalb dieses Betrags werden als geldwerter Vorteil steuerpflichtig. Zu diesen Ausgaben gehören Kosten für Speisen und Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten, die Übernahme von Fahrt- und Übernachtungskosten, Eintrittskarten, Musik und andere künstlerische Darbietungen, auch Ausgaben für Räume, Beleuchtung oder Eventmanager, und sogar Kosten für anwesende Sanitäter, Gebühren für Behördenauflagen oder auch Stornokosten. Bestimmte Ausgaben bleiben aber außen vor: Das sind die so genannten rechnerischen Selbstkosten, etwa die anteiligen Kosten für die Lohnbuchhaltung oder die Ausgaben für den Energie- und Wasserverbrauch während einer Betriebsfeier.

Familienangehörige oder andere Begleitpersonen können natürlich auch die Veranstaltung besuchen - wenn das von Unternehmensseite erwünscht ist. Steuerlich hat das jedoch Konsequenzen. Denn der Kostenanteil, der auf Begleitpersonen entfällt, wird dem jeweiligen Mitarbeiter zugerechnet. Die Begleitpersonen haben keinen eigenen Freibetrag und durch die angerechneten Kosten wird der individuelle Freibetrag des Arbeitnehmers de facto kleiner. Selbstverständlich dürfen bei einer Weihnachtsfeier auch Präsente verteilt werden. Allerdings muss hier die Freigrenze von 60 Euro inklusive Umsatzsteuer beachtet werden. Nur dann sind die Präsente steuerlich begünstigt. Außerdem verlangt die Finanzverwaltung, dass die Geschenke „anlässlich" der Veranstaltung überreicht werden - und nicht nur bei dieser Gelegenheit. Das heißt, es muss ein konkreter Zusammenhang zwischen Betriebsveranstaltung und Geschenk bestehen.