Umfragen unter Start-ups zum Finanzbedarf

Datum
08.07.2020

Der Branchenverband Bitkom e.V. hat zwei Umfragen unter IT- und Internet-Startups in Deutschland zwischen Februar und Juni 2020 durchgeführt.

Die große Mehrheit der Start-ups in Deutschland benötigt in den kommenden zwei Jahren frisches Geld. Gerade einmal zwei Prozent geben an, dass sie keinen Kapitalbedarf haben, sieben von zehn (71 Prozent) benötigen dagegen neue Mittel, rund jedes vierte Start-up will dazu keine Angaben machen.

Der durchschnittliche Kapitalbedarf beträgt dabei 3,3 Millionen Euro - und durch die Corona-Krise sehen viele eine deutlich gesunkene Chance für eine erfolgreiche Finanzierung. So gaben zu Jahresbeginn noch 17 Prozent an, dass das benötigte Kapital bereits zur Verfügung steht. Von den Übrigen hielt es jedes dritte Start-up (34 Prozent) für sehr wahrscheinlich, die benötigten Finanzmittel einsammeln zu können, gut jedes zweite (49 Prozent) für eher wahrscheinlich.

Nach dem Lockdown hat sich die Zuversicht stark eingetrübt: Nur noch jedes zehnte Start-up sieht den Kapitalzufluss als gesichert an. Von den Übrigen halten 18 Prozent eine erfolgreiche Finanzierung jetzt für sehr wahrscheinlich, unverändert 49 Prozent sehen dies als eher wahrscheinlich an. Einen Ausweg sieht fast jedes vierte Start-up in einem Umzug ins Ausland. 23 Prozent überlegen, Deutschland mit ihrem Start-up zu verlassen, weil es hier zu wenig Kapital gibt. Zwei Drittel (69 Prozent) meinen, dass es in Deutschland zu wenig Venture Capital für Start-ups gibt. Und sogar drei Viertel (74 Prozent) sagen, dass es Start-ups in Deutschland helfen würde, wenn Versicherungen und Pensionsfonds einfacher in Venture Capital investieren können.