Mehr Chefinnen im deutschen Mittelstand

Datum
07.01.2020

Die KfW hat das Mittelstandspanel im Hinblick auf Frauen in Führung ausgewertet.

Der Frauenanteil an der Spitze kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ist zum ersten Mal seit vier Jahren wieder leicht angestiegen. Das geht aus dem aktuellen KfW-Mittelstandspanel hervor. Demnach wurden 2018 etwa 613.000 der 3,81 Millionen Mittelständler von Frauen geführt, was einem Anteil von 16,1 Prozent entspricht. Im Vergleich dazu liegt der Frauenanteil in den Vorständen von Großunternehmen trotz der gesetzlichen Frauenquote bei nur 9,6 Prozent.

Der Höchststand von Chefinnen im Mittelstand (19,4 %) wurde im Jahr 2013 verzeichnet, seitdem war der Anteil im Sinkflug. Einer der ausschlaggebenden Bremsfaktoren war die zurückhaltende Gründungstätigkeit von Frauen in den letzten Jahren. Aktuell ist der Anteil von Frauen unter den Existenzgründern wieder auf 40 % gestiegen, was sich auch positiv auf den Anteil weiblicher Unternehmenslenker im Mittelstand auswirkt.

Bei einer Betrachtung der von Frauen geführten Unternehmen nach Branchen, dominieren klar die Dienstleistungen. 85 % der weiblichen Inhaber führen ein Dienstleistungsunternehmen. Hingegen ist speziell im forschungs-und entwicklungsintensiven Verarbeitenden Gewerbe der Anteil von Frauen in der Chefetage sehr gering. Zu diesem Segment zählen u. a. Maschinenbau, Fahrzeugbau oder Pharmazie. Weniger als 1.000 dieser Unternehmen (von ca. 52.000 in diesem Segment) werden von einer Frau geführt, das entspricht einem Chefinnenanteil von 2 %.

Der Bericht von KfW Research liegt als Download vor.