KfW-Gründungsmonitor 2020

Datum
02.07.2020

Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit fünf Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %).

Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte, telefonische Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Er basiert auf Angaben von 50.000 zufällig ausgewählten, in Deutschland ansässigen Personen. Gründerinnen und Gründer werden dabei breit erfasst: Ob im Voll- oder Nebenerwerb, ob Freiberufler oder Gewerbetreibender, ob Neugründung oder Übernahme.