DIHK gibt Tipps zum Verlustrücktrag

Datum
18.05.2020

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag informiert darüber, wie der Verlustrücktrag richtig gehandhabt wird.

Selbst Betriebe, die seit Langem ein sehr stabiles Geschäft betreiben, werden das Jahr 2020 aufgrund der Corona-Krise mit einem Minus abschließen. Diese Verluste können sie schon jetzt steuerlich geltend machen und sich damit vom Finanzamt Geld zurückholen, das dieses eigentlich erst 2021 erstatten würde.

Die von der Bundesregierung geschaffene Möglichkeit des unterjährigen pauschalierten Verlustrücktrags geht auf eine Initiative des DIHK zurück. Bund und Länder haben die Details in ihrem Erlass „Corona-Sofortmaßnahme: Antrag auf pauschalierte Herabsetzung bereits geleisteter Vorauszahlungen für 2019“ vom 24. April geregelt, den Sie auch auf der Website des Bundesfinanzministeriums finden. Von der Krise betroffene Unternehmen können den Antrag sofort stellen. Voraussetzung dafür ist, dass für 2019 noch kein Steuerbescheid zugegangen ist und dass sie im vergangenen Jahr Vorauszahlungen zur Einkommen- oder Körperschaftsteuer gezahlt haben. Das folgende Beispiel zeigt, wie der Verlustrücktrag funktioniert:

Ein Betrieb oder Einzelunternehmer hat 2019 wegen eines voraussichtlichen Gewinns von 80.000 Euro insgesamt 24.000 Euro an Einkommensteuer vorausgezahlt. Außerdem hat er am 10. März 2020 auch bereits die erste Steuerrate von 6.000 Euro für das laufende Jahr überwiesen. Im Antrag an das Finanzamt weist der Betrieb auf drastische Umsatzeinbrüche oder vorübergehende Geschäftsschließung durch den Corona-Shutdown hin. Daraufhin setzt das Finanzamt die erste Quartalszahlung aus 2020 auf null. Zugleich beantragt der Betrieb den pauschalierten Verlustrücktrag aus dem Jahr 2020 ins Vorjahr. Damit werden 15 Prozent des für 2019 zugrunde gelegten Gewinns in Höhe von 80.000 Euro pauschal als Verlust abgezogen. Im Beispielsfall wären das 12.000 Euro. Auf Grundlage des verbleibenden Gewinns von 68.000 Euro wird die Steuer-Vorauszahlung neu festgesetzt: Bei einem Steuersatz von 30 Prozent wären das 20.400 Euro. Die Vorauszahlung für 2019 fällt damit um 3.600 Euro niedriger aus. Diesen Betrag kann das Finanzamt sofort erstatten. Zusammen mit der Rückerstattung aus dem ersten Quartal 2020 erhält der Betrieb sofort 9.600 Euro zurück.