Umsatzsteuer-Erklärung unabhängig von Einkommensteuer-Erklärung?

Frage

Ich plane, mich neben- und freiberuflich (Komponist/Produzent für Film- und Werbemusik) selbständig zu machen. Zur Gründung möchte ich für diese Tätigkeit spezielle Soft- und Hardware anschaffen. Die Kosten von ca. 4.000 Euro netto sollen finanziert werden aus dem Einkommen der hauptberuflichen Tätigkeit. Ich rechne mit weiteren Anschaffungen für das Tonstudio im Laufe der Zeit. Mein geplanter Umsatz in den ersten Jahren aus Nebenerwerb prognostiziere ich auf < 3.000,- Euro p.a. Der reale Umsatz soll mittels Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt werden.
1.) Wird die USt-Voranmeldung (mtl. oder quartalsweise) dann losgelöst von der ESt-Erklärung sein bzw. sollte ich in der ESt-Erklärung trotzdem die Anlage G berücksichtigen?
2.) Sollte ich mich für die Regelung gemäß § 19 UStG entscheiden, gäbe es irgendwelche Möglichkeiten für o.g. Gründungskosten finanzielle Vorteile zu erlangen, sei es steuerlich (z. B. in der ESt-Erklärung) oder im Rahmen von Förderprogrammen?

Antwort

zu 1.) Die Umsatz-Erklärung ist losgelöst von der Einkommensteuer-Erklärung. Als Neugründer sind Sie gesetzlich verpflichtet für das Jahr der Gründung und das Folgejahr monatlich Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben. In der Einkommensteuer-Erklärung ist zwingend der Gewinn (Einnahmen abzgl. Ausgaben) aus Ihrer selbständigen Tätigkeit anzugeben. Da Sie freiberuflich tätig sind, ist die Anlage S auszufüllen.

zu 2.) Bei Ihren geplanten Investitionen wäre es auf jeden Fall zu empfehlen, zur Regelbesteuerung zu optieren. Der Vorteil besteht darin, dass Sie die Ihnen von anderen Unternehmen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als sogenannte Vorsteuer wieder vom Finanzamt erstattet bekommen. Dies geschieht im Rahmen der Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Hier müssen Sie Ihre in Rechnung gestellte Umsatzsteuer anmelden und dürfen die Vorsteuer in Abzug bringen. Voraussetzung für den Vorsteuer-Abzug ist eine ordnungsgemäße Rechnung.

Die Anschaffung der Hard- und Software wirkt sich steuerlich nicht in voller Höhe im Jahr der Anschaffung aus. Solche Wirtschaftsgüter werden über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, also die Kosten auf z.B. drei Jahre verteilt.

Quelle:
Dr. Dietmar May
Kanzlei Dr. Dietmar May
Mai 2013