Businessplan für Immobilienmakler: Einnahmen schätzen?

Frage

Ich plane eine Existenzgründung als Immobilienmakler und arbeite am Businessplan. Die 20% als Eigenkapital muss man mitbringen. 1. Wie hoch kann die Rendite (eingesetztes Kapital / Einkunft) pro Jahr bei einer Immobilienmakler-Firma sein? 2. Sind die Gehälter von Mitarbeitern auch im Businessplan drin; für welchen Zeitraum berücksichtigt man das? Wenn ich 20.000 Euro als Eigenkapital investiere und noch 80.000 Euro als Darlehen dazu bekomme; über welche Umsätze/Gewinn pro Jahr sprechen wir ungefähr dann? Wie viele Mitarbeiter könnte ich dann mir leisten?

Antwort

Die Einkünfte eines Maklers hängen von mehreren Faktoren ab. Die Maklercourtage, inklusive Mehrwertsteuer, beim Immobilienverkauf liegt zwischen 4,76 und 7,14 Prozent des jeweiligen Verkaufswertes. Sie variieren nach Bundesland bzw. nach Region. Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern, in denen höhere Courtagen üblich sind. Allerdings müssen Sie berücksichtigen, dass die Höhe der Maklercourtage, und wie die Verteilung zwischen Käufer und Verkäufer ist, nicht gesetzlich geregelt ist. Unter Umständen, bei einer hohen Maklerdichte in Ihrer Region, lassen sich diese Prozentsätze nicht realisieren. Eine Verhandlung über die Provisionssätze und abweichende Regelungen zwischen den Parteien sind grundsätzlich möglich.

Berücksichtigen sollten Sie auch, dass die Politik zurzeit diskutiert, wie bei Vermietungen schon üblich, auch bei Immobilienverkäufen das Besteller-Prinzip einzuführen. Dies könnte dazu führen, dass einige Immobilienverkäufer zukünftig keinen Makler mehr beauftragen und den Verkauf selbst abwickeln.

Wird ein Makler mit der Vermietung einer Immobilie beauftragt, so beträgt die Courtage maximal zwei Kalt-Monatsmieten plus 19 % Mehrwertsteuer. Diese Grenze ist vom Gesetz vorgeschrieben. Bei Vermietungen gilt schon heute das Besteller-Prinzip. Wer den Makler „bestellt“, der zahlt auch die Courtage.

Ihre „Rendite“ hängt von der Anzahl Ihrer realisierten Aufträge, Ihrer Provisionseinahmen, und von Ihren Kosten ab.

Personalkosten müssen Sie in Ihrem Businessplan berücksichtigen. In einen Businessplan gehören Ihr Angebot, der Bereich Management und Organisation, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Chancen und Risiken sowie die Finanzierung. Personalkosten sind betriebliche Aufwendungen und werden im Bereich „Finanzierung“ berücksichtigt. Wichtig ist auch eine Liquiditätsplanung.

Businesspläne werden in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren erstellt. Es gibt aber auch die Möglichkeit einen fünf Jahres Zeitraum zu planen. Häufig gibt es eine Vorgabe des Kapitalgebers, z.B. der Hausbank, über welchen Zeitraum eine Planung gewünscht wird.

Eine Aussage zu Umsätzen und Gewinnen kann man nur nach einer Analyse des Marktumfeldes, der Kostenstruktur sowie der Chancen und Risiken treffen. Dafür müssen Sie einen vollständigen Businessplan erstellen. Aus diesem Businessplan können Sie dann auch ableiten, wie viele Mitarbeiter Sie beschäftigen können.

Abschließend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass es in Deutschland eine Reihe von, größtenteils kostenfreien, Beratungsangeboten für Existenzgründer gibt. Online finden Sie alle Adressen auch mit Ansprechpartnern aus Ihrer Region im „Behördenwegweiser“.

Quelle: Sven Kraffzick
Diplom-Betriebswirt (FH), Master of Business Consulting (M.BC.)
Unternehmens- und Managementberatung
März 2019

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