Eltern- und kinderfreundlicher Erlebnispark: Investor finden?

Frage

Ich würde gern einen Indoor- und Outdoor-Erlebnispark eröffnen für Klein und Groß. Die Eltern sollen sich im eigenen Wellness-Bereich erfreuen und für Männer gibt es noch eine Amerikanische Sportbar. Durch geschultes Personal werden die Kleinen betreut, so dass die Eltern sich verwöhnen lassen können. Durch ein Armband werden die Eltern informiert, sobald die Kinder das Gelände verlassen. Ich möchte mich von anderen In-/Outdoor-Spielplätzen unterscheiden und hervorheben. Wie schaffe ich es einen privaten oder anderen Investor zu finden?

Antwort

Grundsätzlich ist die Idee „eltern- und kinderfreundlicher Erlebnispark“ ein guter Ansatz. Allerdings müssen Sie das Geschäftsmodell nochmal detailliert durchdenken.

Beispiel Armband: Muss der Vater dann nackt aus der Sauna laufen, wenn es piept? Hier müssen Sie - wenn dann - eine Kinderbetreuung anbieten, die sich verlässlich um alles kümmert, so dass die Eltern ganz ohne Sorgen den Wellness-Bereich genießen können. Auch die Sportsbar würde ich noch mal überdenken. Definieren Sie Ihre Zielgruppe und sprechen Sie diese mit Ihrem Angebot an! Sollen hauptsächlich Väter Ihre Kinder bringen und dann Fußball schauen oder sollen Eltern/ Familien Ihren Park gemeinsam besuchen. In letzterem Fall würde ich eher in eine Gastronomie investieren, die für die ganze Familie geeignet ist (und in der man ggf. auch mehr Umsatz erwirtschaftet als „nur mit Bier“).

Die Suche nach dem Investor wird nicht einfach werden. Ihre Erfolgsaussichten erhöhen Sie signifikant, indem Sie folgende Punkte berücksichtigen:
Erarbeiten Sie einen herausragenden Businessplan, in dem Sie JEDES Detail berücksichtigen. Dazu gehören vor allem:

  1. Investitionskosten: Grundstück, Grundstückserschließung, Genehmigungsverfahren, Planung (Architekt etc. -> z.B. räumliche Trennung Wellness- und Kinderbereich wegen Ruhe), Baukosten, Anfangswerbung, Reserve...
  2. Unternehmensbeschreibung: Was wird genau angeboten? Wie wird das Angebot gestaltet? Wie viele Mitarbeiter sind dafür notwendig?
  3. Zielgruppenanalyse: Wer ist die Zielgruppe? Welche Kinder (Altersklassen) werden betreut? Wie viele Familien mit Kindern in dieser Altersklasse gibt es im Einzugsgebiet? Wie groß ist das Einzugsgebiet? Wie groß ist das Einzugsgebiet bei ähnlichen Angeboten? Welche Kaufkraft haben diese Familien? Was wünscht sich die Zielgruppe (z.B. ist Wellness das richtige Angebot oder wollen die Eltern lieber Fitness machen nebenher?)? Mit welchen alternativen Unternehmungen stehen Sie im Wettbewerb (z.B. Schwimmbad, andere Freizeitparks etc.) Ggf. gibt es hier vergleichbare Angebote in anderen Ländern an denen man sich etwas orientieren kann...
  4. Marketing: Welche Preise bieten Sie für welches Angebot (Ganztagesticket, Halbtagesticket, Wellness-Bereich)? Wie bewerben Sie Ihr Angebot? Was kostet die Werbung?
  5. Finanzplanung: Welche Kosten haben Sie (Personal, Wareneinkauf, Instandhaltung, Versicherungen,...)? Welche Umsätze werden z.B. auf Tagesbasis (Achtung: Unterschiede Sommer/Winter, Ferien/Schulzeit, Wochentag/Wochenende, Wetter, etc. berücksichtigen,...) erreicht? Welcher Gewinn wird erwirtschaftet? Wieviel Rendite würde für den Investor zur Verfügung stehen?
  6. Risiken: Welche Risiken hat das Geschäftsmodell?

Suchen Sie nach Investoren, die Ihr Geschäftsmodell verstehen: Hier gibt es erfahrene Betreiber von Freizeitparks, Thermen, Outdoor-Parks etc. Solche Investoren erkennen am ehesten, ob Ihr Vorhaben Potential hat. Zudem erhalten Sie nicht nur Geld sondern auch Erfahrungswerte. Bei den Recherchen zu Ihrem Businessplan müssen Sie sich ohnehin mit dem bestehenden Angebot/Markt beschäftigen, sodass Sie hierbei eine entsprechende Liste mit möglichen Partnern erstellen können.

Sprechen Sie mit Banken: Zwar werden Sie (voraussichtlich) keine vollständige Finanzierung durch die Bank erhalten, aber auch hier können Sie Ihr Geschäftsmodell testen.

Banken und Investoren wollen Sicherheiten. Sofern Sie nicht über Häuser oder Kapital verfügen, ist die einzige Sicherheit, die Sie bieten können, eine perfekte Planung, bei „der nichts schiefgehen kann“.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Quelle: Benedikt Glück
Dr. Schauer Steuerberater-Rechtsanwälte PartG
Mitglied der Steuerberaterkammer München und Rechtsanwaltskammer für den Oberlandesgerichtsbezirk München
Juni 2017

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