Anspruch auf ALG I nach Weiterbildung?

Frage

Nach einem Arbeitsunfall habe ich Geld von der Berufsgenossenschaft BG bekommen, die mir auch eine Weiterbildung zum medizinischen Fußpfleger bezahlt haben. Jetzt will ich mich selbständig machen, habe aber weder Kundenstamm noch Eigenkapital, um eine gewisse Zeit zu überbrücken. Wenn die BG mir kein Geld mehr zahlt, weil meine Weiterbildung zu Ende ist - habe ich anschließend Anspruch auf ALG I und kann mich trotzdem noch selbständig machen? Wie lange würde ich das ALG I bekommen? Kann sich das Arbeitsamt quer stellen und mir das ALG I oder andere Zuschüsse verweigern? Wo im SGB finde ich was Schriftliches dazu?

Antwort

Eine Versicherungspflicht im Sinne des Sozialgesetzbuch III ergibt sich durch die Ausübung einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Wird durch Erkrankung oder auch Unfall nahtlos Krankengeld, Übergangsgeld, Verletztengeld oder auch Versorgungskrankengeld gezahlt, bleibt die Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestehen.

Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht immer dann, wenn Sie sich der Vermittlung der Agentur für Arbeit zur Verfügung stellen, arbeitslos im Sinne des Gesetzes sind und in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate versicherungspflichtige Zeiten aufweisen können. Ist dies erfüllt, haben Sie den Mindestanspruch auf sechs Monate Arbeitslosengeld. Können Sie volle zwei Jahre aufweisen, besteht ein Anspruch auf zwölf Monate.

Während des Bezuges von Arbeitslosengeld können Sie einer selbständigen Tätigkeit im Nebenerwerb nachgehen. Die Agentur versteht unter einem Nebenerwerb eine Tätigkeit von weniger als 15 Wochenstunden. Ein Einkommen über 165 Euro im Monat führt zudem zu einer Anrechnung auf das Arbeitslosengeld. Jedoch sind hier pauschal 30 % der Betriebseinnahmen als Betriebsausgabe abzurechnen - es sei denn, Sie weisen höhere Ausgaben nach.

Die gesetzlichen Grundlagen finden Sie unter anderem im Sozialgesetzbuch III in den §§ 26,137,138,142 und 155.

Quelle: Anke Branowsky
Bürgertelefon zur Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsmarkt und Arbeitsförderung
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
Tel.: 030 221 911 003 - Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 20:00 Uhr
September 2014

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