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„Selbständigkeit bedeutet für mich Freiheit, Kreativität und Verantwortung“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Avesta Isso

Avesta Isso, Modedesignerin und Existenzgründerin, Saarbrücken

Vor vier Jahren kam die junge Syrierin nach Deutschland, jetzt will sie mit einem Online-Shop für ihre eigene Modemarke durchstarten. Die 28-jährige Existenzgründerin hat klare Ziele vor Augen: Ihre Marke fest in Deutschland etablieren, einen eigenen Laden eröffnen und ihre Mode europaweit zu vertreiben. Selbständig zu sein, war immer schon ihr Traum – so kann sie ihr kreatives Potenzial am besten entfalten und ihre eigenen Ideen in den Markt bringen.

Frau Isso, Sie stehen mitten in der Existenzgründung. Wie ist aus ihrem Traum Wirklichkeit geworden?

Isso: Ich habe mich immer schon sehr für Mode interessiert, meine Mutter und meine Oma sind Schneiderinnen und haben mir viel beigebracht. Als ich nach Deutschland kam, habe ich gesehen, dass der Modestil anders ist als bei uns und habe mir überlegt, etwas Neues, Anderes hierher zu bringen – so eine Art modische Brücke zwischen Nahost und Europa. Abendkleider und Businessmode für Frauen mit besonderem Touch. Also habe ich mit Online-Fashionkursen angefangen und viel über verschiedene Stile, Modedesign, Verarbeitung und so weiter gelernt.


Ein Faible für Mode ist das eine, unternehmerisches Know-how das andere. Wie haben Sie das erworben?

Isso: Ich habe an einem Kurs der „Perspektive Neustart“ teilgenommen, der speziell Migranten ein Jahr lang auf eine Unternehmensgründung vorbereitet. Dort haben wir gelernt, wie man einen Businessplan schreibt, welche Versicherungen man braucht, wie man Kredite bekommen kann, wie das Steuerrecht funktioniert ¬– eben alles, was man braucht, um zu gründen. Zur Zeit mache ich noch eine Online-Ausbildung zum E-Commerce-Manager und bin auf der Suche nach Investoren. Erste Gespräche mit Interessenten hatte ich bereits.

Das klingt alles sehr zielstrebig und einfach. Gab es auch schwierige Momente?

Isso: Ja sicher. Es ist nicht einfach, sich in einem fremden Land selbständig zu machen. Du weißt ja gar nicht, was der erste Schritt ist, wo du Hilfe und Unterstützung bekommst, hast keine Kontakte im neuen Land. Und dann ist da natürlich auch immer die Angst vor dem Scheitern. Es war nicht einfach, die richtige Nähwerkstatt zu finden, oft kamen die Modelle anders zurück, als ich sie entworfen hatte. Dann musste ich Models und Fotografen suchen, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Der Kurs hat mir sehr geholfen, vor allem bei allen bürokratischen Dingen. Jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich alles weiß und endlich loslegen möchte.

Welchen Tipp habe Sie für andere Gründerinnen und Gründer, die sich selbständig machen wollen?

Isso: Tut das, was ihr liebt, dann seid ihr kreativ. Holt euch professionelle Hilfe, für die Dinge, von denen ihr keine Ahnung habt oder die ihr nicht selbst machen könnt. Und vor allem: Immer groß denken, nicht klein. Wenn man klein denkt, bleibt man klein.

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