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„Was ich an der Selbstständigkeit schätze? Die gebündelte Verantwortung zu tragen und meine Ideen verwirklichen zu können.“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Melanie Franke

Melanie Franke, Geschäftsführerin eines Betriebs für Bauelemente und Metallbau in Schwalbach-Hülzweiler

Das muss ihr erst einmal jemand nachmachen: Melanie Franke hat eine Ausbildung zur Gold- und Silberschmiedin inklusive Meisterprüfung gemacht, eine weitere Ausbildung als Schweißfachfrau absolviert und zu guter Letzt noch als Jahrgangsbeste die Meisterprüfung im Metallbauerhandwerk abgelegt. Mittlerweile ist die 38-Jährige Geschäftsführerin eines Metallbau-Handwerkbetriebs, den sie von ihrem Vater übernommen hat. Eigentlich eine klassische Männerdömäne. Doch Franke hat sich längst behauptet – und genießt die Freiheit und die Verantwortung, die ihr die Selbstständigkeit gebracht hat.

Frau Franke, war Ihnen schon immer klar, dass Sie einmal Ihre eigene Chefin sein würden?

Franke: Ja, ich habe mir tatsächlich von Anfang an gewünscht, irgendwann einmal selbstständig zu arbeiten. Dass ich allerdings den Familienbetrieb meines Vaters übernehmen würde, stand damals überhaupt nicht zur Debatte. Aber irgendwann fing mein Vater aus Altersgründen an, darüber nachzudenken, wer die Nachfolge für sein Unternehmen übernehmen könnte. Zu dem Zeitpunkt war ich in einem Betrieb angestellt, in dem auf Führungsebene vieles schief lief und ich dachte: Das kannst du doch besser! Beides zusammen führte dann dazu, dass ich in den Familienbetrieb eingestiegen bin – zunächst als Angestellte – und mich langsam darauf vorbereitet habe, den Betrieb zu übernehmen.


Wie genau sah denn der Weg bis zur tatsächlichen Betriebsübernahme aus?

Franke: Da ich keine gelernte Metallbauerin war, musste ich mich natürlich erst einmal in die Materie einarbeiten. Mein Vater und ich haben uns dann von der HWK Saarland hinsichtlich der Betriebsübergabe beraten lassen. Wichtige Punkte waren zum Beispiel, das Erbe zu regeln und schrittweise die Gesellschaftsanteile zu überschreiben. Aber natürlich spielen auch viele emotionale Aspekte bei einer solchen Übergabe mit. Hier hat uns unser offenes und gutes Verhältnis zueinander sehr geholfen. Auch wenn wir natürlich nicht immer einer Meinung waren, haben wir trotzdem immer Lösungen im gegenseitigen Einverständnis gefunden. Und mein Vater hat mir auch früh freie Hand gelassen, um eigene Entscheidungen treffen zu können.

Was bedeutet es für Sie, selbstständig zu sein?

Franke: Vor allem genieße ich die gebündelte Verantwortung, die ich als Geschäftsführerin trage – beim Personal, bei Einkauf und Verkauf, bei den Finanzen, im Vertrieb und der Kundenbetreuung. Außerdem kann ich kreativ arbeiten, meine eigenen Ideen umsetzen, was als Angestellte einfach nicht möglich war. Von daher kann ich mir derzeit gar nicht vorstellen, jemals wieder für jemand anderen zu arbeiten.

Was können Sie anderen Gründerinnen und Gründern raten?

Franke: Verlasst euch nicht nur auf die eigene Euphorie, sondern nutzt die bestehenden Beratungsangebote – zum Beispiel von den Kammern, von Banken, Unternehmens- und Steuerberatern. Sie alle können dir helfen, dass die ersten Schritte in die Selbstständigkeit leichter fallen als gedacht. Und natürlich gilt: Seid mutig! Wagt etwas, vertraut auf eure Fähigkeiten und setzt eure Ideen um!

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