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„Ich will etwas aufbauen, das auch Generationen danach noch weiterführen können“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Dominik Buggle

Dominik Buggle, Mitgründer und Geschäftsführer eines Unternehmens für Laserbeschriftungen in Tuttlingen (BW)

Eine Unternehmensgründung war eigentlich nie der Plan von Dominik Buggle. Bis eine Kennzeichnungspflicht für chirurgische Instrumente den Angestellten eines Medizintechnikkonzernsund drei seiner Arbeitskollegen zu Gründern machte. Heute führen sie ein erfolgreiches Start-up für Laserbeschriftungen.

Was hat Sie dazu bewogen, doch in die Selbständigkeit zu gehen?

Buggle: Da kamen mehrere Dinge zusammen. Zum einen war ich in meiner Festanstellung bei einem amerikanischen Großkonzern nicht mehr so hundertprozentig zufrieden und konnte einige Entscheidungen der Vorgesetzten nicht nachvollziehen. Ich wollte aber auch nicht als Jobhopper immer wieder die Anstellung wechseln, sondern Beständigkeit im Job haben. Als dann die Kennzeichnungspflicht für chirurgische Instrumente kam, haben ich und drei meiner Kollegen einen riesigen Bedarf in diesem Bereich gesehen – und die Möglichkeit, etwas Eigenes zu gründen.


Wie haben Sie die Idee in die Praxis umgesetzt? Und mit welchen Schwierigkeiten waren Sie konfrontiert?

Buggle: Wir haben ab etwa 2014 erste Ideen entwickelt und immer wieder darüber geredet. 2015 wurde es dann konkreter: wir haben den Markt analysiert, einen Businessplan erstellt, einen Steuerberater beauftragt, mit Banken und der IHK gesprochen. Wir wollten erstmal so gut wie möglich herausfinden, ob Unternehmen bereit sind, Prozesse an ein Start-up auszulagern. Ein knappes Jahr später, mit der Darlehenszusage der Bank, war es dann so weit und wir haben gegründet. Zunächst lief unser Unternehmen noch im Nebenerwerb. Als wir sicherer wurden, ist einer nach dem anderen aus dem festen Job ausgestiegen. Das hat aber länger gedauert als erwartet. Und wir hatten uns schneller mehr Umsatz erwartet. Das waren schwierige Zeiten, in denen wir schon so einige Ängste und Sorgen aushalten mussten. Schließlich sind zwei von uns junge Familienväter. Mittlerweile hat sich das alles gefestigt und wir sind wesentlich entspannter.

Was bedeutet Selbständigkeit für Sie?

Buggle: Selbständigkeit ist für mich die Freiheit, etwas so gestalten zu können, wie wir es uns vorstellen und die eigenen Ideen eins zu eins umzusetzen. Es heißt aber auch viel Arbeit – 60, 70 Wochenstunden sind normal und verlangen auch von der Familie einiges ab. Aber ich habe immer mein Fernziel vor Augen: Etwas aufzubauen, das auch Generationen danach weiterführen können.

Welchen Rat haben Sie für andere Gründerinnen und Gründer?

Buggle: Unbedingt an ihren Traum zu glauben und ihn durchzuziehen – auch wenn es schwierig ist. Wenn man überzeugt ist, lohnt es sich auch, zu kämpfen.

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