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„Das Höchste, was man sich beruflich gönnen kann“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Anja Rücker

Anja Rücker, Gründerin eines Gesundheitsstudios mit Kältekammer in Chemnitz

Den Traum von der Selbständigkeit hatte die Leistungssportlerin schon lange. Und mit mehreren Jahren als angestellte Leiterin eines Fitnessstudios brachte sie auch viel Erfahrung mit. Statt ins Franchise-Business einzusteigen, gründete sie lieber. Heute gehört ihr das erste Gesundheitsstudio mit Kältekammer in Chemnitz.

Warum wollten Sie lieber gründen, als in ein Franchise-Unternehmen einzusteigen?

Rücker: Das Fitnessstudio, in dem ich sechs Jahre lang Leiterin war, ist ein Franchise-Unternehmen. Die Struktur war durch das Franchise-Konzept vorgegeben und konnte nicht geändert werden. Ich wolle aber gerne eine individuelle Fitnesslinie auf Basis der eignen erfolgreichen sportlichen Erfahrungen konzipieren. So reifte der Gedanke, das Erlebte in einem Gesundheitsstudio mit einer Ganzkörperkältekammer und personalisiertem Fitnesstraining anzubieten. Die Ganzkörperkälteanwendung ist auf dem freien Markt noch im Wachstum und darin habe ich meine Chance gesehen. Als dann im Mai 2018 die Idee zu gründen heranreifte, war der Wunsch nach einer Selbständigkeit eigentlich schon länger in meinem Kopf.


Die Idee ist das eine, die Umsetzung und das unternehmerische Know how das andere. Wie lief das dann konkret mit der Gründung?

Rücker: Dadurch, dass alles in meinem Kopf schon so präsent war, ging das eigentlich ganz problemlos. Den Businessplan hatte ich schnell geschrieben, passende Räumlichkeiten gefunden und wertvolle Tipps von einem Gründungsberater bekommen. Und meine vorherigen Jobs in der Branche und eine Ausbildung im mittleren Beamtendienst waren eine gute Schule. Ich wusste, z.B. wie Monatsabschlüsse gemacht werden, worauf Mitglieder Wert legen und wie man Mitarbeiter führt. Eigentlich hätte ich schon im Oktober 2018, also nach einem knappen halben Jahr, eröffnen können – aber leider haben sich der Umbau verzögert. Das war schwierig, aber im Januar 2019 war es dann so weit.

Was bedeutet Selbständigkeit für Sie?

Rücker: Das ist das Höchste, was man sich beruflich gönnen kann! Mein Unternehmen – das ist meins, meine Verantwortung, mein Herzblut. Das, was ich bin, trage ich in mein Unternehmen hinein. Und ich steuere selber. Das fördert Kreativität und gibt mir die Freiheit, flexibel meine Zeit einzuteilen.

Welchen Rat haben Sie für andere Gründerinnen und Gründer?

Rücker: Man sollte sich schon lange und ausgiebig mit der Idee beschäftigen. Und es muss eine gewisse Leidenschaft dahinterstecken, eine flapsige Idee geht schief. Und es macht viel Sinn, Menschen ins Boot zu holen, die die eigenen Defizite bedienen können.

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