Übersicht

„Man muss nicht immer das Rad neu erfinden“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Simon Wilms

Simon Wilms, Hörakustikmeister und Inhaber von drei Fachgeschäften für Hörsysteme in Köln und Bonn.

Das Handwerk des Hörakustikers hat Simon Wilms von der Pike auf gelernt und die Ausbildung mit der Meisterprüfung abgeschlossen. Danach arbeitete er sich erstmal als Angestellter bei einem größeren Unternehmen in leitende Positionen hinauf. 2014 war es dann soweit: Mit 25 eröffnete Simon Wilms sein erstes Fachgeschäft für Hörsysteme.

Sie hatten eine sichere Anstellung in leitender Position. Warum haben Sie sich selbständig gemacht?

Wilms: Ich hatte nach meiner Ausbildung einige Jahre im Angestelltenverhältnis gearbeitet und mich dort auch gut weiterentwickelt. Trotzdem konnte ich meine Ideen und Vorstellungen nicht so umsetzen, wie es mir sinnvoll erschien. Wenn man sich selbst verwirklichen kann, ist eine Festanstellung super. Aber bei mir war das wahrscheinlich wegen meines jungen Alters nicht machbar. Ich hatte dann erstmal Kontakt zu einem eingesessenen Unternehmen wegen einer Unternehmensnachfolge aufgenommen. Das hatte dann aber nicht geklappt. 2014 habe ich den Entschluss gefasst, mich selbständig zu machen und meinen ersten Laden eröffnet.


Fachliches Know-how ist das eine, unternehmerische Kompetenz das andere. Wie hatten Sie sich letzteres angeeignet?

Wilms: Das ging schon in der Ausbildung zum Meister los, die eine betriebswirtschaftliche Grundausbildung enthält. Den Praxisschliff habe ich mir dann in meiner angestellten Tätigkeit geholt. Da hatte ich nicht nur einen tiefen Einblick in die Branche bekommen, sondern auch alles gelernt über Kostenstruktur, Einkauf, Erträgnisse und so weiter. Das hatte sehr geholfen. Außerdem hatte ich auch noch eine Gründungsberatung durch die Handwerkskammer Köln, die mich auf Fördermöglichkeiten aufmerksam machte. Insgesamt war ich gut vorbereitet und euphorisiert, zu starten. Und jetzt steht überall mein Name drauf, das ist schon toll.

Was raten Sie anderen Gründerinnen und Gründern?

Wilms: Sie sollten unbedingt ihre Idee und ihr Konzept genau überprüfen und hinterfragen, ob man damit auch Geld verdienen kann. Damit steht und fällt nun mal jede Existenz. Und Sie sollten belastbar sein und ein gutes Nervenkostüm haben – dann gerade in der Startphase bleibt alles an Ihnen hängen.

Zum Creative Commons Lizenzvertrag - öffnet sich in einem neuem Fenster

Der Artikeltext auf dieser Seite steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.