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„Ich bin schon als Kind durch Mehlstaub gelaufen“

Screenshot aus dem Selfie-Clip von Max Kugel

Max Kugel, Bäcker und Inhaber einer eigenen Bäckerei in Bonn

Schon seine Eltern hatten eine eigene Bäckerei, da lag eine Ausbildung zum Bäcker nahe. Doch anstatt den Betrieb zu übernehmen, zog es Max Kugel erstmal in die Ferne: Er reiste und arbeitete in Europa und in den USA, sammelte Erfahrungen und brachte Rezepte mit. 2017 eröffnete er seine eigene Bäckerei. Besonderheit: Hier gib es ausschließlich Brot.

War eine eigene Bäckerei immer schon Ihr Traum?

Kugel: Ich würde sagen, eher ein Ziel als ein Traum. Ich bin ja als Kind schon durch Mehlstaub gelaufen. Heute kann ich nichts so gut wie Backen, deshalb ist es gut, dass ich das mache. Da gab es nie eine Alternative. Und die Selbständigkeit ist die einzige Möglichkeit, sich treu zu bleiben, Spaß zu haben und eine Lücke zu finden. Meine Lücke ist, dass ich mich ausschließlich auf Brot konzentriere. Viele Menschen in meinem Umfeld versuchten, mir das auszureden, vor allem ältere Bäcker meinten, das funktioniert nicht ohne Brötchen, Croissants und Kuchen. Ich glaube das nicht, der Mensch braucht immer Brot – und der Zuspruch meiner Kunden gibt mir recht.


Wie lief die konkrete Umsetzung? Welche Herausforderungen hatten Sie zu bewältigen?

Kugel: Erstmal mussten wir eine Bank von unserer Idee überzeugen, die waren nämlich genau so skeptisch wie viele Kollegen. Da habe ich auch erstmal realisiert, was zu einem Businessplan gehört. Nach zwei Absagen hat uns eine dritte Bank mit einen KfW-Kredit unterstützt. Das war auch eine neue Herausforderung, wenn man noch nie mit so viel Geld in der Hand Geschäfte gemacht hat. Und ich musste lernen, wie man in Verhandlungen einsteigt, Zeitpläne erstellt und einhält. Aber wir waren von Anfang an gut aufgestellt. Meine Tante kümmert sich noch heute um den Papierkram.

Was raten Sie anderen Gründerinnen und Gründern?

Kugel: Sie sollten sich vor einer Gründung ehrlich und realistisch einschätzen – habe ich wirklich das Know-how, das Durchhaltevermögen, die Belastbarkeit. Denn alles andere im Leben erfordert dann erstmal Kompromisse. Wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man es besser lassen.

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