„Unternehmensnachfolge: Darauf konnten wir aufbauen.“

Dr. Peter Brinkmann, TKT Kunststoff-Technik GmbH

Wegen eines Unternehmens von Oberbayern ins niedersächsische Bad Laer umziehen? Dr. Peter Brinkmann brauchte gute Argumente, um seine Familie davon zu überzeugen. Doch der Schritt hat sich gelohnt: Die TKT Kunststoff-Technik GmbH ist mit rund 60 Mitarbeitern ein führender Anbieter von Kunststoffbauteilen und -baugruppen für industrielle Kunden.

Dr. Peter Brinkmann und Dr. Annemarie Brinkmann lächeln in Kamera Dr. Peter Brinkmann, Dr. Annemarie Brinkmann
© TKT Kunststoff-Technik GmbH

Herr Dr. Brinkmann, Sie haben vor etwa fünf Jahren die TKT Kunststoff-Technik GmbH übernommen. Warum?

Dr. Brinkmann: Das hatte ganz praktische Gründe. Ich bin Chemiker und mein Branchenfokus war immer Chemie, Kunststoffe und Maschinenbau. Mit einer Neugründung, also praktisch bei null anzufangen, bedeutet in dieser Branche immer vier bis fünf Jahre Vorlaufzeit. Und dann weiß man immer noch nicht, ob man auf dem richtigen Weg ist. Also war meine Überlegung, in ein bestehendes Unternehmen einzusteigen, das einen gewissen Markt und ein Profil hat, worauf man aufbauen kann.

Wie sind Sie bei der Suche nach einem geeigneten Unternehmen vorgegangen?

Dr. Brinkmann: Ich habe im ersten Schritt im privaten Umfeld und über die regionale IHK-Börse in Oberbayern gesucht. Im weiteren Verlauf bin ich auf die nexxt-change-Börse gestoßen und habe damit auch am meisten gearbeitet, weil ich hier die Profile und die Beschreibungen genauer auf mich zuschneiden und nach Postleitzahlen suchen konnte. Letztlich hat sich dann aber der Kontakt zu dem Unternehmen hier in Bad Laer eher zufällig über vier, fünf Ecken ergeben.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie damals übernommen?

Dr. Brinkmann: Rund 60. Schon bevor wir den Kaufvertrag unterschrieben haben, hatte ich die Möglichkeit, mit den maßgeblichen zwölf Angestellten jeweils ein persönliches Gespräch zu führen. Dadurch wusste ich, dass wir zueinander passen. Einer der drei Alteigentümer, der ehemalige technische Geschäftsführer, begleitete mich noch rund drei Jahre. Er war das erste Jahr in Vollzeit tätig und danach als Berater. Diese Art des Übergangs habe ich sehr geschätzt.

Wie sah dieser Übergang aus? Wurden Sie zum Beispiel bei den Kunden eingeführt?

Dr. Brinkmann: Wir haben sieben, acht Schlüsselkunden, die von dem vormaligen Geschäftsführer und Gesellschafter bereits schon im Vorfeld informiert wurden. Er hat klargestellt, dass er den Betrieb aus Altersgründen abgeben möchte und einen jüngeren Nachfolger sucht. Und als dann feststand, dass ich den Betrieb übernehmen werde, haben wir gemeinsam alle Kunden angeschrieben und die Hauptkunden persönlich besucht mit dem Ergebnis, dass alle durchweg positiv reagiert haben.

Was würden Sie anderen nachfolgeinteressierten Gründern raten?

Dr. Brinkmann: Meine Empfehlung lautet: Suchen Sie sich Expertenunterstützung, um die Eigentumsübertragung so professionell wie möglich „über die Bühne zu bringen". Das ist wichtig gerade in einer schwierigen Konstellation, wo sich jemand von seinem Lebenswerk trennt: Wie formuliere ich da zum Beispiel einen Letter of Intent? Da braucht es kompetenten Rat.

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