Existenzgründung - Weg in die Selbständigkeit

Standort

Welcher Standort der richtige ist, hängt von den Besonderheiten Ihres Vorhabens ab: Klar ist: Der Einzelhandel braucht Laufkundschaft wohingegen das produzierende Gewerbe meist ins Gewerbe- bzw. Industriegebiet muss.

Doch wie sieht es beispielsweise mit Architekturbüros, Arztpraxen oder Dienstleistungsunternehmen aus? Stellen Sie fest, welche harten und welche weichen Standortfaktoren für Sie wichtig sind. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall bei Ihrer Kammer oder Ihrem Berufsverband.

Zu jedem Standort gehören

  1. der Betriebssitz
  2. das Umfeld

1. Der Betriebssitz

Das eigentliche Gebäude sowie die Räumlichkeiten, in denen sich das Büro, die Werkstatt oder Produktionsstätte befinden. Erkundigen Sie sich vorab bei Ihrer Kammer oder Ihrem Berufsverband, welche Anforderungen Gebäude und Räumlichkeiten erfüllen müssen: Verkaufsräume sollten einen bestimmten Schnitt und ausreichend Schaufensterfläche haben. Physiotherapeutische Praxen sollten ebenerdig oder aber per Fahrstuhl zu erreichen sein und müssen eine bestimmte Größe aufweisen. Werkstätten müssen u.a. besondere Brandschutzbestimmungen erfüllen. Usw. Erst wenn Sie die genauen Anforderungen kennen, sollten Sie sich auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten machen.

Stichwort: "häusliches Arbeitszimmer"

Viele Freiberufler oder Dienstleister starten erst einmal von zu Hause aus und richten sich ein Arbeitszimmer ein. Gehen Sie auf Nummer sicher und fragen Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis. Solange Ihre Nachbarn durch Ihre Tätigkeit nicht beeinträchtigt werden, wird er zustimmen. Sind Sie Besitzer einer Eigentumswohnung, sollten Sie auch hier im Zweifelsfall eine Zustimmung einholen.

Existenzgründerzentren

Auch Existenzgründerzentren bieten nicht selten günstige Gewerbe- oder Büroräume an. Meist wird darüber hinaus auch ein zentraler Sekretariatsservice, Weiterbildungsveranstaltungen u.a. angeboten.

2. Das Umfeld

Das Umfeld ist das weitere Einzugsgebiet, also die Straße, das Stadtviertel, eine bestimmte Stadt, eine Region, ein Bundesland oder ein Staat. Betriebssitz und Umfeld müssen Sie bei der Standortsuche nach bestimmten Kriterien bewerten. Dabei sollten Sie zwischen so genannten harten und weichen Standortfaktoren unterscheiden.

Harte Standortfaktoren

Harte Standortfaktoren lassen sich in Daten und Zahlen wiedergeben und haben messbaren Einfluss auf die Unternehmenstätigkeit. Zu den wichtigsten harten Standortfaktoren gehören:

  • Kunden: Nähe und Kaufkraft?
  • Zulieferer: Nähe und Qualität?
  • Konkurrenten: Nähe und Leistungsspektrum?
  • Kooperierende Unternehmen: Nähe und Leistungsspektrum?
  • Gewerbeflächen: Verfügbarkeit und Kosten?
  • Gewerbesteuer: Höhe?
  • Miete bzw. Pacht: Miet- bzw. Pachtkosten?
  • Arbeitskräfte: verfügbar und qualifiziert?
  • Forschung und Entwicklung: wissenschaftliches Umfeld?

Weiche Standortfaktoren

Weiche Standortfaktoren sind schwer messbar und haben in der Regel weniger Einfluss auf die konkrete Unternehmenstätigkeit. Sie können aber eine wichtige Rolle für die Arbeitsmotivation und Verfügbarkeit von Arbeitskräften spielen.

  • Kommunale Verwaltung: Bearbeitungszeiten und Service?
  • Beratungsangebote: vor Ort?
  • Image: attraktiv für Mitarbeiter?
  • Lebensqualität: Attraktiv für Mitarbeiter?


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