Wer kennt den Ausspruch nicht: "Zum Arbeiten komme ich erst nach Feierabend." Ein wichtiger Grund sind die vielen "Störfaktoren", die tagsüber von der Arbeit abhalten, aber eigentlich dazugehören: Telefonate, Mitarbeiter, Kunden, Besprechungen, Konflikte usw. Das führt dazu, dass Gründer und (junge) Unternehmer sich bei der Fülle der anstehenden Aufgaben verzetteln, unter Zeitdruck geraten, Fehler machen und die Qualität der Arbeit gefährden.
Zeitverluste
Wenn Gründer oder (junge) Unternehmer immer wieder gestört und dadurch in ihrer Arbeit unterbrochen werden, so tritt der so genannte "Sägeblatt-Effekt" ein: Wer nämlich von seiner Aufgabe auch nur für einen kurzen Moment abgehalten wird, benötigt bis zur erneuten Weiterarbeit an der gleichen Stelle eine zusätzliche Anlauf- und Einarbeitungszeit. Unter dem Strich gehen so bis zu 28 Prozent der Zeit verloren
(Quelle: Lothar Seiwert, das neue 1x1 des Zeitmanagements 2005).
Familienprobleme
Bei vielen Gründern und (jungen) Unternehmern steht nur noch die Arbeit im Vordergrund, sie vernachlässigen dadurch Familie und Freunde. Es ist zwar wichtig, dass sich die Familie gerade am Anfang darüber im Klaren ist, dass eine Gründung viel Zeit braucht. Es sollte allerdings zu keinem Dauerzustand werden, dass die Familie nur noch als Foto auf dem Schreibtisch existiert.
Zeiterfassung
Die Gründe für Zeit- und Effektivitätsverluste liegen vor allem in mangelhafter Organisation. Jeder weiß: Der Tag hat (nur) 24 Stunden. Viele Gründer und (junge) Unternehmer wissen aber nicht genau, wofür sie ihre Zeit am Tage aufwenden bzw. wie viel Zeit ihnen für einzelne Aufgaben zur Verfügung steht. Diese Ungewissheit kann ganz einfach dadurch beseitigt werden, dass man beginnt, die Zeit für die einzelnen Tätigkeiten aufzuschreiben.
Auf diese Weise lässt sich dokumentieren, wo Zeit verschwendet wird oder fehlt. Eine solche Zeiterfassung hat einen weiteren Vorteil: Man kann mit ihrer Hilfe sehen, wie lange man tatsächlich braucht, um einen bestimmten Auftrag zu erledigen. Das ist wichtig für die zeitliche und finanzielle Kalkulation von Angeboten und die Überprüfung (Nachkalkulation) erledigter Aufträge.
Prioritätensetzung
Wer kennt das nicht: Auf dem Schreibtisch türmen sich wieder einmal Berge von unerledigten Arbeiten und Sie wissen nicht, womit Sie zuerst anfangen sollen. Wenn Sie wissen, wie viel (oder wenig) Zeit Ihnen zur Verfügung steht, sollten Sie genau entscheiden, was Sie mit dieser Zeit anfangen. Um nicht in Zeitnot zu geraten, sollten Sie sich Prioritäten setzen.
Hier ist es wichtig, dass Sie sich zuerst einen Überblick über die zu erledigenden Arbeiten verschaffen. Diese können Sie daraufhin nach Prioritäten sortieren. Ein Beispiel für die Einteilung in Prioritäten kann folgendermaßen aussehen:
Priorität wann erledigen
A sofort, heute
B innerhalb von 24 Stunden
C innerhalb von 4 Arbeitstagen
D bei Gelegenheit zwischendurch,
maximal innerhalb der nächsten 4 Wochen
Wichtig ist jedoch, dass Sie für alle Arbeiten festhalten, wann Sie sie begonnen und erledigt haben. Wenn es sich
um Auftragsarbeiten handelt, sollten Sie den Auftraggeber darüber informieren, wann er mit der Fertigstellung
rechnen kann. Grundsätzlich sollten Sie jedoch darauf achten, dass Sie alle Arbeiten möglichst zeitnah erledigen,
so dass es gar nicht erst zu einem "Aufgabenstau" kommt.
Arbeitsorganisation: allgemeine Grundsätze
Aufgaben zeitnah erledigen
Aufgabenprioritäten setzen (nicht alles auf einmal erledigen wollen)
eine wöchentliche Zeiteinteilung vornehmen
sich Zeit für Privates nehmen
Zeiten erfassen
beendete Projekte bzw. Kundenaufträge nachkalkulieren








Arbeitsorganisation