Erkennen
Im Rahmen Ihrer täglichen und wöchentlichen Routine sollten Sie sich daher Zeit für die Aufnahme von Informationen aus Ihrem Unternehmen und Ihrem Umfeld reservieren. Um Veränderungen rechtzeitig erkennen und Früherkennung betreiben zu können, müssen Sie sich auch die Zeit zum Hinschauen nehmen.
Bewerten
Stellen Sie sich die Frage, wie sich Veränderungen in Ihrem Umfeld auf Ihr Unternehmen auswirken können - möglicherweise bis hin zum Gewinn.
Handeln
Nun sollten Sie sich überall dort, wo Sie dringenden Handlungsbedarf entdecken, Maßnahmen überlegen. Versehen Sie jede Aktion mit einem Datum, bis wann etwas erledigt sein soll, und überlegen Sie sich gleich, ob Sie die Dinge alleine in Angriff nehmen oder dazu Hilfe brauchen.
Lernen
Beobachten Sie dabei die Wirkung der von Ihnen ergriffenen Maßnahmen, so können Sie das Ergebnis im nächsten Schritt noch verbessern. Mit jedem Durchlaufen des Früherkennungsprozesses wird so Ihr Gespür für wichtige Informationen und Entwicklungen noch besser.
Kennzahlen über die finanzielle Stabilität Ihres Unternehmens
Mit einigen wenigen Kennzahlen können Sie sich die (finanzielle) Situationen Ihres Unternehmens vor Augen führen:
Die Liquiditätsreserve gibt an, wie lange Ihre finanziellen Mittel, die Ihnen zur Begleichung Ihrer Zahlungsverpflichtungen in einem bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehen, noch ausreichen.
Liquidität ist für Ihr Unternehmen lebenswichtig. Wenn Sie nicht liquide sind, droht Ihnen die Zahlungsunfähigkeit. Als Unternehmer sollten Sie daher immer einen bestimmten Betrag sofort verfügbar haben. Als Faustregel kann man sagen: Ihre Liquiditätsreserve muss für drei Monate ausreichen.
Der Liquiditätsgrad sagt aus, innerhalb welchem Zeitraums Ihr Unternehmen mit seinen flüssigen Mitteln und Kundenguthaben (Forderungen, Debitoren) seine kurzfristigen Schulden problemlos bezahlen kann.
Als Faustregel gilt 100 %, d.h. Ihr Unternehmen ist dann in der Lage, alle seine kurzfristigen Schulden zu bezahlen. Sobald ein Unternehmen in einen Liquiditätsengpass gerät, droht ihm sehr schnell die Gefahr, wegen Zahlungsunfähigkeit in Insolvenz zu gehen.
Die Eigenkapitalquote gibt Auskunft, ob Sie im Verhältnis zu Ihrer Bilanzsumme genügend Eigenkapital oder zu viele Schulden haben.
Eine Mindestausstattung von Eigenkapital stellt sicher, dass nicht schon geringere Verluste zu einer Überschuldung und damit zur Insolvenz führen. Je höher Ihr Eigenkapital ist, desto besser ist auch Ihr Verhandlungsspielraum mit den Kreditgebern. Das Eigenkapital sichert daher die Zukunft Ihres Unternehmens. Als Faustregel gilt heute eine Quote von mindestens 1:5 (Eigenkapital zu Fremdkapital).
Der Cash Flow (Umsatzüberschuss, Finanzmittelüberschuss) ist der Teil des Umsatzes, der an Liquidität im Unternehmen zurückbleibt und für Investitionsausgaben, zur Schuldentilgung und zur Gewinnausschüttung und für die Steuern zur Verfügung steht. Er ist also keine frei verfügbare Größe.
Die aus dem amerikanischen kommende Kennzahl "Cash Flow" dienst einerseits der Beurteilung der Liquidität. Diese lässt sich mit dem Cash Flow oftmals besser beurteilen als mit Liquiditätskennzahlen. Andererseits kann der Cash Flow zur Analyse Ihrer Ertragskraft herangezogen werden, denn er enthält solche Posten, die häufig zur Gestaltung des ausgewiesenen Gewinns verwendet werden (z.B. Abschreibungen) und kann deshalb kaum durch Maßnahmen der Jahresabschlussgestaltung beeinflusst werden.
Die Umsatzrendite (Gewinnspanne) gibt an, wie groß der Anteil des Gewinns am Umsatz ist. Er zeigt auf, wie viel Gewinn Sie aus einem Euro Umsatz erzielen.
Das ist die Gewinnspanne Ihres Unternehmens. Je höher die Umsatzrendite ist, um so mehr Spielraum besteht, mögliche Verkaufspreisrückgänge und Kostensteigerungen aufzufangen. Sie sollten sich bei der Umsatzrendite an branchenspezifischen Zahlen, die es unter anderem bei Ihrer Kammer gibt, orientieren.
Kunden zufrieden, Absatz ausreichend?
Ihre Kunden kaufen heute bei Ihnen, da Sie einen wichtigen Vorteil, z.B. beim Preis, in der Beratung oder der Erreichbarkeit, bieten. Dieser Wettbewerbsvorteil ist für den Absatz Ihrer Leistungen und Ihren zukünftigen Erfolg wesentlich. Überprüfen Sie: Sind Ihre Kunden mit Ihrem Angebot zufrieden? Ist Ihr Absatz ausreichend? Wo müssen Sie besser werden?
Konkurrenz stark?
Nur durch ehrliche Vergleiche mit Ihren Konkurrenten können Sie sich dort profilieren, wo Sie selbst stark und die Konkurrenz schwach (oder schwächer) ist und jene Bereiche meiden, wo Sie selber Schwächen aufweisen. Um herauszufinden, wo diese Bereiche sind, müssen Sie Ihren Markt beobachten und sich mit anderen (auch branchenfremden) Marktteilnehmern vergleichen. Bei Branchenverbänden, Branchendiensten und in Datenbanken können Sie sehr wertvolle Branchenvergleichszahlen erhalten. Dabei sollten Sie sich immer die folgenden Fragen stellen: Worin und warum sind meine Konkurrenten besser? Was kann ich von anderen (auch nicht-konkurrierenden) Unternehmen lernen, damit ich besser werden kann?








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