Einkauf/Beschaffung
Durch Einkaufs-Kooperationen können Unternehmen Zeit und Geld sparen. Viele kleine und mittlere Handels-Unternehmen hätten z.B. ohne den gemeinschaftlichen Einkauf am Markt keine Chance: Nur so erhalten sie bei den Lieferanten vergleichbar günstige Preiskonditionen wie Großunternehmen.
Vertrieb
Vertriebs-Kooperationen gehören zu den häufigsten Kooperations-Formen. Sie sind möglich: regional (z.B. bayerisches Unternehmen vertritt schleswig-holsteinisches Unternehmen) oder international (z.B. ausländisches Unternehmen vertreibt Produkte eines deutschen Unternehmens, oder deutsches Unternehmen vertreibt ausländische Produkte auf dem deutschen Markt).
Ob Kooperationen in einem, in mehreren oder sogar allen Bereichen möglich und sinnvoll sind, hängt vom Einzelfall ab. Mehrere Bereiche zu kombinieren kann oft schon allein deshalb erforderlich sein, weil sich ein Ausgleich der Vorteile für alle Partner durch die Kooperation auf einem einzigen Gebiet nicht erzielen lässt. So ist es beispielsweise häufig der Fall, dass der eine Partner über eine stärkere Verkaufsorganisation verfügt, der andere dagegen über einen stärkeren Kundendienst oder über besser qualifizierte Verkaufsförderer. Vertriebs-Kooperationen sind möglich durch:
Kooperation innerhalb eines Landes, z.B. ein süddeutsches Unternehmen vertritt ein norddeutsches Unternehmen regional.
Kooperation mit Partnern im Ausland: Ein Unternehmen im Ausland vertreibt die Produkte eines deutschen Unternehmens bzw. ein deutsches Unternehmen vertreibt die Produkte eines ausländischen Partners in Deutschland
Kooperation mit Unternehmen, die andere Absatzwege erschließen; Beispiel: Ein Hersteller von Apparaten für die Textilindustrie vertreibt die Geräte erstens unter eigenem Namen mit eigenem Außendienst direkt sowie zweitens unter an derem Namen und mit anderem Design über die Verkaufsniederlassungen eines Unternehmens, das Maschinen an die Textilindustrie verkauft
Vertrieb: Verkauf
Der Erfolg eines Unternehmens hängt letztendlich davon ab, wie viele seiner Produkte oder wie oft es seine Leistungen verkaufen kann. Das bedeutet: Je vielfältiger die Kontaktmöglichkeiten mit potenziellen Kunden sind, desto besser. Verkaufs-Kooperationen, die genau dazu beitragen sollen, sind möglich durch:
Nutzung gemeinsamer Ausstellungs- und Verkaufsräume
Gemeinsame Vertriebsgesellschaften
Gemeinsame Niederlassungen oder Vertreterstäbe
Verkauf unter einer gemeinsamen Marke
Gemeinsame Aus- und Weiterbildung der Vertriebsmannschaft
Transport- und Lagergemeinschaften
Bietergemeinschaften / Arbeitsgemeinschaften bei komplexen Ausschreibungen oder Aufträgen
Bezug von Produkten und Dienstleistungen von Dritten und Verkauf unter gemeinsamer Marke
Verkauf von baugleichen Produkten unter neuem Namen
Gemeinschaftliche Marktplätze im Internet
Vertrieb: Service, Kundendienst
Gewährleistungen für gelieferte Produkte und erbrachte Leistungen, Service und Kundendienst werden zunehmend zu wettbewerbsentscheidenden Merkmalen eines Unternehmens. Eine Kundendienst-Kooperation hilft einerseits, die Service-Kosten zu senken. Andererseits ermöglicht sie, bei einem erforderlichen Einsatz schnell zu reagieren und bringt dem Unternehmen damit einen Image-Bonus. Kundendienst-Kooperationen sind möglich durch:
Übernahme von fachspezifischen Kundendienst-Aufträgen
Gegenseitige Vertretung der Kooperationspartner in bestimmten Regionen; Beispiel: Ein deutsches Unternehmen bietet den Service für ein holländisches Unternehmen an, das seinerseits den Service für das deutsche Unternehmen in Benelux übernimmt
Gegenseitige Vertretung der Kooperationspartner zu bestimmten Zeiten (z.B. Urlaubsvertretung)
Gemeinsame Kunden-Beratungsstellen
Gemeinsame Aus- und Weiterbildung der Servicemannschaft
Werbung
Werbeaktivitäten sind meist kostspielig. Daher wird kostensparende Gemeinschaftswerbung immer wichtiger. Kooperationen in Sachen Werbung sind z.B. möglich durch gemeinsame Messeauftritte oder Werbung zur gemeinschaftlichen Bedarfsweckung (z.B. für Holz, Fleischwaren, regionale Produkte).
Marketingaktivitäten, die alleine nicht finanziert werden können (z.B. Fernsehwerbung)
Gemeinsame Verkaufsförderungsaktionen (z.B. Messen, Video- und Tonbildschauen)
Werbung zur gemeinschaftlichen Bedarfsweckung (z.B. für Holz, Fleischwaren, regionale Produkte)
Beschaffung und Auswertung von Informationen
Marktdaten, z. B. über Verbrauchergewohnheiten, Werbemöglichkeiten, oder neue Märkte sind wichtige Mittel der Absatzplanung. Aber: Welches kleine oder mittlere Unternehmen kann es sich leisten, allein ein Marktforschungsunternehmen mit einer Marktstudie zu beauftragen? Kooperationen zur gemeinschaftlichen Beschaffung von Informationen sind z.B. möglich durch die gemeinsame Finanzierung von Marktforschungen durch eine Gruppe von Unternehmen. Kooperationen zur gemeinschaftlichen Beschaffung von Informationen sind möglich durch:
Gemeinsame Finanzierung von Forschungsaktivitäten oder -aufträgen
durch eine Gruppe von Unternehmen
Benchmarkingaktivitäten innerhalb eines Kooperations-Verbundes, z.B. durch Arbeitskreise, die fachspezifische Informationen und Erfahrungen austauschen
Akquise und Ausführung von Komplettaufträgen
Kunden erwarten zunehmend komplette Problemlösungen mit weitreichenden Servicepaketen als "Dienstleistungen aus einer Hand". Den meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist dies im Alleingang nicht möglich. Um im Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten, können sie ihr Leistungsspektrum z.B. durch eine Kooperation erweitern. Kooperationen für Komplettaufträge sind möglich durch:
Bietergemeinschaften
Arbeitsgemeinschaften
Joint Ventures
Virtuelle Unternehmen
Produktion/Fertigung
Vorrangiges Ziel einer Produktions-Kooperation ist es, die Produktionskosten der beteiligten Unternehmen zu senken: z.B. durch die gemeinsame Anschaffung und Nutzung bestimmter Produktionsanlagen (z.B. teure Spezialmaschinen). Darüber hinaus bietet eine Produktions-Kooperation die Chance, flexibel zu reagieren, wenn es z.B. bei guter Auftragslage zu Produktions-Engpässen im eigenen Unternehmen kommen sollte. Produktions-Kooperationen sind möglich durch:
Gemeinsame Anschaffung und Nutzung bestimmter Produktionsanlagen (z.B. teure Spezialmaschinen)
Gemeinsame Fertigung bestimmter Teile
Gleichmäßige Auslastung der Produktionsanlagen
Abbau von Beschäftigungsspitzen durch Kooperation mit anderen Unternehmen (hier ist ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den beteiligten Unternehmen erforderlich, da die Gefahr sehr groß ist, dass Kunden abgeworben und übernommen werden)
Verwaltung
Nicht jedes Unternehmen muss eigene Verwaltungsmitarbeiter einstellen und finanzieren. Das gilt vor allem für kleine Unternehmen oder Existenzgründer, die (noch) wenige oder überschaubare Auftrags-Umfänge bearbeiten. Verwaltungs-Kooperationen sind möglich durch:
Gemeinsame Büroorganisation (z.B. Empfang, Telefonzentrale, Sekretariat)
Gemeinsames Rechnungswesen (z.B. zentrale Buchstellen)
Gemeinsame EDV-Anlagen
Gemeinsame Entwicklung von Software-Programmen für das Rechnungswesen etc.
Gemeinsame Aus- und Weiterbildung der Verwaltungsangestellten
Inkassogemeinschaften
Forschung und Entwicklung
Jedes Unternehmen muss seine Produkte und Leistungen regelmäßig erneuern und den neuen Markterfordernissen anpassen. Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen stärken die Leistungsfähigkeit der beteiligten Unternehmen und ermöglichen ihnen, in dem sich verschärfenden Wettbewerb zu bestehen. Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationen sind möglich durch:
Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungs-Projekte mit Forschungseinrichtungen
Gemeinsame Vergabe von FuE-Aufträgen an Forschungseinrichtungen
Gemeinsame Einrichtung von Forschungslabors, um neue Erzeugnisse, Herstellungs- oder Arbeitsverfahren zu entwickeln
Gründung eines neuen, selbständigen Gemeinschaftsunternehmens für Forschung und Entwicklung, dem auch die Herstellung des neu entwickelten Produkts übertragen wird
Austausch von FuE-Ergebnissen untereinander
Austausch von FuE-Personal untereinander
Lizenzen
Im Falle von Kooperationen mittels Lizenzen erhält ein Unternehmen vom Erfinder oder Schutzrechtinhaber eines bestimmten Produktes, die Erlaubnis (Lizenz), dieses zu produzieren. Das Unternehmen muss seinerseits eine Gebühr an den Lizenzgeber entrichten.
Personalplanung/Aus- und Fortbildung
Nicht jedes Unternehmen kann die große Zahl von Mitarbeitern fest einstellen, die es - in Zeiten einer Spitzenbelastung - braucht. Nicht jedes Unternehmen kann sich darüber hinaus die Fachkräfte leisten, die es benötigt. Gemeinschaftliche Personalplanung sowie Aus- und Fortbildungs-Kooperation sind möglich durch:
Austausch von Personal (z.B. zur Abdeckung von Arbeitsspitzen)
Einrichtung und Durchführung gemeinsamer Seminare, Kurse usw. (z.B. gemeinschaftliche Schulung des Verkaufspersonals in Warenkunde, Fortbildungen für Führungskräfte)
Errichtung und Unterhaltung gemeinsamer Lehrwerkstätten und Ausbildungsstätten
Gemeinsame Einstellung von Lehrkräften bzw. Ausbildern (weitere Informationen
bei der Bundesanstalt für Arbeit/den Kammern)
Gemeinsame Erarbeitung von generellen und betriebs- wie kooperationsspezifischen Aus- und Weiterbildungsprogrammen, gegebenenfalls auch von Umschulungsmaßnahmen
Gemeinsame Anschaffung von Lehrmitteln (z.B. Computer Based Training Software)








Kooperationsfelder