Existenzgründung - Weg in die Selbständigkeit

Betriebsvergleiche

Betriebsvergleiche zeigen, wie gut oder schlecht der eigene Betrieb im Verhältnis zu vergleichbaren Betrieben da steht, wo Stärken und Schwächen sind, in welchen Bereichen Veränderungen notwendig sind.

Wie funktioniert ein Betriebsvergleich?

Beispiel: Betriebsvergleiche des Instituts für Handelsforschung in Köln. Unternehmen, die an einem Vergleich teilnehmen wollen, übermitteln der ausführenden Stelle einmal im Jahr eine Reihe von Daten: Umsätze, Zahl der Mitarbeiter, Kosten usw. Alle Informationen werden für die Vergleichsberechnungen anonymisiert. Aus allen Angaben werden Übersichten erstellt und Durchschnittswerte errechnet, die Sie mit Ihren eigenen Daten vergleichen können. Wichtig also: Je mehr Betriebe an solchen Vergleichen teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse!

Was lerne ich aus einem Betriebsvergleich?

Jeder Betrieb erhält zwei verschiedene Auswertungen: eine Übersicht über alle Teilnehmerdaten (Wie gut sind die anderen?) und eine Einzelauswertung für den Betrieb (Sind wir Mittelmaß oder besser?).

Übersichten
Die Daten aller Teilnehmerbetriebe der jeweiligen Branche sind hier nach Personengrößenklassen geordnet. Diese Übersichtstabelle berücksichtigt außerdem die wichtigsten Bedingungen, die für diese Daten ausschlaggebend sein können. Dazu zählen beispielsweise die Region, in der der Betrieb angesiedelt ist, die Ortsgröße gemessen an der Einwohnerzahl, die Geschäftslage, die Eigentumsverhältnisse, die Sortimentszusammensetzung etc.

Jeder Teilnehmer kann sich also an ähnlichen Betrieben messen und alle wesentlichen Daten vergleichen. Außerdem kann er sich an den erfolgreichsten Unternehmen seiner Branche orientieren. Was muss sich ändern, damit ähnliche Ergebnisse erzielt werden?
Achtung: Nicht die tatsächliche Höhe z.B. der Umsätze oder Kosten ist dabei maßgebend. Es kommt vielmehr darauf an, in welchem Verhältnis die ermittelten Zahlen zueinander stehen, z.B. Personalkosten und Umsatz. Der Umsatz je Mitarbeiter ist daher beispielsweise eine wichtige Kennzahl.

Einzelauswertung
In der Einzelauswertung werden die Zahlen des Unternehmens den Durchschnittswerten ähnlicher Betriebe derselben Branche gegenübergestellt. So können teilnehmende Unternehmen auf einen Blick erkennen, in welchen Bereichen Abweichungen im Vergleich zu allen anderen Unternehmen vorliegen. Besonders aussagekräftig sind dabei Vergleiche mit Unternehmen, die dem eigenen sehr ähnlich sind (Mitarbeiterzahl etc.), so genannten Erfahrungsaustausch-Gruppen.

Nicht vergessen: Ihr Betrieb wird lediglich mit den Durchschnittsergebnissen vergleichbarer Betriebe – derselben Branche und Größe – verglichen, dem „Mittelmaß“. Diesen Vergleichswert zu erreichen ist also auf jeden Fall erstrebenswert. Bedenklich ist, unter dem Durchschnitt zu liegen. Wer besser sein will als der Durchschnitt, muss dafür entsprechende Maßnahmen treffen.

Betriebsvergleiche bieten an:

Institut für Handelsforschung (IfH), Köln
Für:

  • Einzelhändler und Apotheker (12 Bereiche). Die Jahresbetriebsvergleiche sind zum Teil kostenpflichtig. Für Unternehmen, denen eine jährliche Auswertung nicht ausreicht, bietet das IfH einen Monatsvergleich an. Die Teilnahme an diesen Vergleichen ist kostenpflichtig.
  • Großhandel (ca. 18 Bereiche)
  • Dienstleister (8 Bereiche)
  • produzierendes Gewerbe (1 Bereich) Großhandel, Dienstleister und produzierendes Gewerbe können nur über die jeweiligen Bundesverbände an Betriebsvergleichen teilnehmen. In einigen Branchen übernehmen diese auch die Kosten.

FfH – Institut für Markt- und Wirtschaftsforschung GmbH
Für:

  • Einzelhandel – Textileinzelhandel
  • Großhandel – Tabakwarengroßhandel
  • Dienstleistungsbranchen – Automatenunternehmen – verschiedene Hotelgruppen

Zeitraum der Vergleiche: In der Regel Jahresvergleiche. In Absprache mit den Auftrag gebenden Verbänden können aber auch Monats- und Quartalsvergleiche durchgeführt werden. Die Kosten werden in der Regel von den Verbänden übernommen. Es gibt aber auch Vergleiche, die für die Teilnehmer kostenpflichtig sind (Kosten: ca. 50-100 Euro).

Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)

Die LGH führt Betriebsvergleiche für verschiedene Handwerkszweige durch. So werden für 17 Handwerkszweige jährlich bzw. alle zwei Jahre Durchschnittswerte für unterschiedliche Größenklassen erarbeitet und veröffentlicht. Darüber hinaus erhalten die teilnehmenden Betriebe in NRW kostenlos eine ausführliche Unternehmensanalyse der eigenbetrieblichen Daten im Vergleich zu den Durchschnittswerten mit entsprechenden Abweichungsanalysen. Neben den Durchschnittswerten erhalten die teilnehmenden Betriebe wichtige Kennzahlen der erfolgreichsten Betriebe als Orientierungspunkte für die eigenen Planungen.

Die erarbeiteten Betriebsvergleichsergebnisse werden jeweils in einer Branchenbroschüre mit den erforderlichen Erläuterungen veröffentlicht, die von Interessenten im Internetportal www.LGH-Betriebsvergleiche.de (www) herunter geladen oder bei der LGH bezogen werden können. Neben den Landesvergleichen erstellt die LGH auch einige bundesweite Branchenuntersuchungen für unterschiedliche Gewerke.

Rationalisierungsgemeinschaft Handwerk Schleswig-Holstein e.V. (RGH)

Die RGH führt Betriebsvergleiche für die Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein durch. Die Erfassung der relevanten Daten erfolgt vor Ort im Unternehmen. In einer 24-seitigen Broschüre werden die aufbereiteten Daten mit den erforderlichen Erläuterungen dargestellt. Der Teilnehmer erhält zusätzlich für die Kalkulation den aktuellen Stundenkostensatz des Betriebes sowie eine Unternehmensanalyse mit einem Unternehmensprofil, das die Stärken und Schwächen des Betriebes verdeutlicht. Das von der RGH veröffentlichte Arbeitsprogramm umfasst insgesamt 29 Branchen und kann gegen eine Gebühr bei der Geschäftsstelle bestellt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter www.rghandwerk.de (www).

DATEV eG

Über die DATEV eG kann Ihr Steuerberater Ihre Unternehmensdaten mit den Durchschnittswerten von Unternehmen derselben Branche (derzeit ca. 400 Branchen). Die Vergleichsdaten beruhen auf den Buchhaltungsdaten von ca. einer Million im DATEV-Rechenzentrum gespeicherten Unternehmen und stehen zeitnah (ca. drei Wochen) nach Monats- bzw. Quartalsende zur Verfügung.


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