Beteiligungskapital ist Risikokapital
Hier können Beteiligungsgesellschaften oder private Geldgeber einspringen. Sie bieten Beteiligungskapital ohne die banküblichen Sicherheiten an. Risikokapital ist dabei nichts anderes als Eigenkapital, das dem Unternehmen von Beteiligungsgesellschaften oder außenstehenden Privatpersonen zur Verfügung gestellt wird; und zwar in Form von Einlagen als Stamm- oder Grundkapital, aber auch als eine stille Beteiligung am Unternehmen.
Wer braucht in welcher Lage Beteiligungskapital?
Beteiligungskapital wird meist mit technologieorientierten Gründungen in Verbindung gebracht. Es stimmt zwar: Gerade für innovative Unternehmensgründer ist es schwer, Geldgeber zu finden. Aber auch viele andere mittelständische Unternehmen haben durchaus Bedarf an Beteiligungskapital: z.B. zur (Mit-) Finanzierung größerer Investitionen für Immobilien, Maschinen und Geräte.
Auch für die Wachstumsfinanzierung ganz allgemein, z.B. um ein Produkt in den Markt einzuführen, ist Beteiligungskapital eine mögliche Finanzierungsalternative.
Aber: Zur kurzfristigen Betriebsmittelfinanzierung ist Risikokapital kaum geeignet.
Wer gibt in Deutschland Beteiligungen?
Es gibt in Deutschland rund 200 private und öffentliche Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Welche Gesellschaft für welches Projekt geeignet ist, kann man den Informationen des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften in Berlin (BVK) entnehmen. Kapitalgeber sind:
Banken und Industrieunternehmen, aber auch private Finanziers (auch aus dem Ausland). Sie übernehmen Beteiligungen ab ca. 250.000 Euro, allerdings auch nur dann, wenn hohe Renditen (von mehr als 25 %) in Aussicht stehen.
private Beteiligungskapitalgesellschaften. Private Beteiligungsgesellschaften (oder Venture Capital-Gesellschaften) beteiligen sich meist mit höheren Beträgen an Unternehmen, ohne Einfluss auf die Geschäfte zu nehmen. Ihr Ziel: mit entsprechend hoher Rendite aus dem Engagement wieder auszusteigen.
die öffentlich geförderten mittelständischen Beteiligungsgesellschaften des BVK. Mittelständische Beteiligungsgesellschaften sind Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft. Sie werden öffentlich gefördert und sind nicht in erster Linie Rendite-orientiert. Gesellschafter sind Kammern, Verbände und Banken, die keinen Einfluss auf die laufende Geschäftsführung nehmen. Die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften sind in allen Bundesländern vertreten. . In der Regel investieren sie Beteiligungssummen ab 100.000 Euro, viele bieten aber Sonderprogramme für Existenzgründer mit verbilligten Konditionen bereits ab 20.000 Euro an. Mittelständische Beteiligungsgesellschaften engagieren sich meist in Form einer stillen Beteiligung mit günstigen Konditionen, ohne sich an der Geschäftsführung des Unternehmens zu beteiligen. Außerdem fordern sie keine Teilnahme am Zuwachs des Unternehmenswerts, der Unternehmer muss am Ende der Laufzeit die Beteiligungssumme lediglich zum Nominalwert zurückzahlen.
die KfW. Sie beteiligt sich im Rahmen des ERP-Startfonds an innovativen kleinen Technologieunternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Bundesregierung, die KfW Bankengruppe und die Industrieunternehmen BASF, Deutsche Telekom und Siemens bieten über den High-Tech Gründerfonds Risikokapital für junge chancenreiche Technologieunternehmen, die viel versprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen.
Business Angels Network Deutschland (BAND). Bei den Business Angels handelt es sich um Privatpersonen oder Unternehmer, die nicht nur Beteiligungskapital zur Verfügung stellen, sondern Gründern auch mit ihren Erfahrungen zur Seite stehen.
Förderung von Beteiligungen
Wann bekommt man Beteiligungskapital, wann nicht?
Wer ein schlüssiges und Erfolg versprechendes Unternehmenskonzept vorlegen kann, hat bei Beteiligungsgebern gute Chancen. Eine Konzeption sollte neben einer genauen Vorhabensbeschreibung und Angaben über die Qualifikationen der Gründer eine Umsatz-, Ertrags- und Finanzplanung für mindestens die nächsten drei Jahre beinhalten.
Tipps:
Suchen Sie (mit Hilfe des BVK) "Ihre" Beteiligungsgesellschaft! "Rundschreiben" an alle der Firma bekannten Beteiligungsgesellschaften sind der falsche Weg.
Schlecht vorbereitete Unterlagen, überholte betriebswirtschaftliche Zahlen und eine fehlende, konkrete Strategie für das zu finanzierende Vorhaben führen zum frühen Scheitern einer Beteiligungsanfrage.
Reine Sanierungen sind keine Fälle für Beteiligungsgesellschaften. Konsolidierungen mit schlüssigem Konzept, die "Licht am Ende des Tunnels" erkennen lassen, haben eher Chancen.








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