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Die Gründungsportale



Weg in die Selbständigkeit

Kapitalbedarfsplan
Wie viel Kapital müssen Sie investieren?

Wer ein Unternehmen gründet, muss zunächst einmal Geld in sein Vorhaben investieren. Wie viel Sie investieren müssen, stellen Sie anhand einer Kapitalbedarfsplanung fest.

Ein Kapitalbedarfsplan gehört in jeden Businessplan, unabhängig davon, ob Sie Ihr Vorhaben allein aus Ihren Ersparnissen oder mit Hilfe von Darlehen finanzieren. Wer auf eine genaue Planung verzichtet, riskiert, dass am Ende das Geld nicht ausreicht. Auf die Schnelle muss dann eine Fremdfinanzierung gefunden werden. Für öffentliche Förderdarlehen ist es dann zu spät. Sie können nur vor der Gründung beantragt werden.

Eine gründliche Kapitalbedarfsplanung (pdf, 911 KB) gehört daher zum kleinen Einmaleins jeder Gründungsvorbereitung. Dabei sollten Sie folgende Größen genau ermitteln:

  1. Kapitalbedarf vor der Gründung
  2. Kapitalbedarf für die betriebliche Anlaufphase
  3. Kapitalbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes
  4. Finanzierung des Kapitalbedarfs
  5. Fremdfinanzierung des Kapitalbedarfs

Viele Gründerinnen und Gründer kalkulieren zu knapp und „verdursten“ dann auf halber Strecke, sei es, weil die Geschäfte nicht so anlaufen, wie sie es sich erhofft haben oder weil etwas anderes unvorhergesehenes geschieht. Sie sollten also immer auch einen Puffer bei der Finanzierung berücksichtigen.

Kapitalbedarf vor der Gründung

Beginnen Sie mit den Kosten, die während Ihrer Gründungsvorbereitung anfallen. Dazu zählen beispielsweise Beratungskosten, Notarkosten, Gebühren für Anmeldungen und Genehmigungen. Sprechen Sie mit Ihrem Gründungsberater und stellen Sie gemeinsam fest, welche Gründungskosten in welcher Höhe anfallen.

Kapitalbedarf für die betriebliche Anlaufphase

Wie viel Geld müssen Sie ausgeben, um Ihr Unternehmen startklar zu machen? Unterscheiden Sie in Anlagevermögen wie z.B. Lizenzen, Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Büroeinrichtung und Umlaufvermögen. Letzteres bezeichnet die laufenden betrieblichen Aufwendungen für Waren, Verwaltung, Vertrieb, Personal u.a., die Sie später durch Ihre Einnahmen decken. Da Sie in der Anlaufphase noch keinen bzw. einen geringen Umsatz haben, müssen Sie die Anlaufphase erst einmal vorfinanzieren. Kalkulieren Sie hier einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten.

Ermitteln Sie zunächst die Höhe der notwendigen Investitionen und Anlaufkosten!

  • Wie viel Geld brauchen Sie langfristig z. B. für Grundstück, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge usw.?
  • Wie viel Geld brauchen Sie kurz- und mittelfristig z. B. für die Einrichtung des ersten Material- und Warenlagers, für Außenstände und besondere Belastungen in der Gründungsphase?
  • Planen Sie eine Reserve für Unvorhergesehenes ein.
  • Wie hoch sind die Betriebsmittel? Der Bedarf an Betriebsmitteln wird häufig unterschätzt. Wichtige Fragen sind hier in der Anfangsphase: Wann geht die erste Kundenzahlung ein? Wie groß muss also das erste finanzielle Polster sein?
  • Wie teuer ist die Gründung selbst?
  • Welche Kosten fallen eventuell schon in der Zeit vor dem Unternehmensstart an?

Wo können Sie sparen?

  • Büroeinrichtungen, Geräte, Anlagen, Maschinen kosten mitunter nur ein Viertel des Neuwerts, wenn sie gebraucht gekauft werden. Aber: Eine ärmlich wirkende Ausstattung kann auch Kunden „abschrecken“.
  • Leasing von Fahrzeugen, Maschinen, Geräten kann den Gründungsetat spürbar entlasten. Aber: Leasing ist in der Regel teurer. Rechnen Sie in jedem Fall das Angebot durch.
  • Prüfen Sie, ob Sie nicht mit anderen Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellen oder eine gleiche Handelsstufe haben, kooperieren können, um dadurch u. a. günstigere Einkaufskonditionen zu erhalten.
  • Animieren Sie Ihre Mitarbeiter zum umweltbewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen.
  • Nutzen Sie das Angebot von Dienstleistungsunternehmen: z. B. Empfangs- und Sekretariatsservice, Car- oder Gerätesharing.

Kapitalbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes

Wie viel müssen Sie mit Ihrer beruflichen Selbständigkeit verdienen, um davon leben zu können? Dazu zählen alle monatlichen Ausgaben, die Sie für Ihren privaten Lebensunterhalt benötigen. Kalkulieren Sie großzügig und berücksichtigen Sie auch unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit, Unfall, aber auch Reparaturen an Haus oder Auto.

Die Höhe Ihrer privaten Ausgaben ist die Grundlage für Ihr monatliches „Gehalt“, das Sie als Unternehmer beziehen. Haben Sie vor, ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft (z.B. GbR) zu gründen, wird dieses „Gehalt“ übrigens Unternehmerlohn (pdf, 953 KB) genannt. Bei einer Kapitalgesellschaft würden Sie als angestellter Geschäftsführer ein Gehalt (Personalkosten) beziehen.

Finanzierung des Kapitalbedarfs

Wie viel Kapital erwirtschaftet Ihr Unternehmen zur Deckung der Kosten und wie viel Kapital müssen Sie zunächst zusätzlich in Ihr Unternehmen investieren? Um dies festzustellen, müssen Sie die Liquidität, also die Zahlungsfähigkeit Ihres Unternehmens ermitteln.

Vor der Gründung müssen Sie zunächst schätzen, wie hoch Ihre Zahlungseingänge in den ersten Monaten sein werden. Nach der Gründung erstellen Sie Ihren monatlichen Liquiditätsplan anhand realer Zahlen.

Nur mit Hilfe Ihrer Liquiditätsplanung können Sie feststellen, wie viel Geld Sie einnehmen (werden), um alle Ihre anfallenden Kosten einschließlich Ihres privaten Lebensunterhaltes zu finanzieren. Sind Ihre Kosten höher als die Zahlungseingänge haben Sie eine Unterdeckung und müssen zusätzliches Kapital von außen, das heißt, entweder aus Ihren privaten Ersparnissen oder über Fremdkapital „zuschießen“.

Fremdfinanzierung des Kapitalbedarfs

Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihr Vorhaben nicht allein aus eigenen finanziellen Mitteln, sondern auch mit Hilfe öffentlicher Förderdarlehen und/oder Bankkredite finanzieren müssen, sollten Sie ermitteln, wie hoch die monatlichen Zinskosten und Tilgungsraten sein werden.

Bei öffentlichen Förderdarlehen setzt die Tilgung in der Regel erst später ein. Die anfallenden Zinslasten und Tilgungen, müssen Sie in Ihrer Kapitalbedarfsplanung berücksichtigen. Denn auch hier handelt es sich um Kosten, die (ggf. mit Ausnahme der Tilgungsraten) vom ersten Tag nach dem Unternehmensstart anfallen.


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Ich finde den Artikel verständlich und gut geschrieben.



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