Hohe Marktorientierung der Muttergesellschaft
Empirische Erkenntnisse zeigen, dass Spin-offs aus forschungsintensiven Großunternehmen besonders schnell Markterfolge realisieren. Offensichtlich spiegelt sich deren Marktorientierung in den Geschäftsmodellen der Spin-offs wider. Spin-off-Gründungen wie Apple Computers oder SAP sind prominente Beispiele hierfür. Wissenschaftliche Einrichtungen sollten, wenn sie erfolgreiche Inkubatoren sein wollen, ebenfalls eine stärkere Marktorientierung praktizieren und ihre Spin-offs dementsprechend vorbereiten. Und sie können mit einem gründungsfreundlichen Arbeitsumfeld wichtige Impulse setzen.
Interessensausgleich mit der Muttergesellschaft
Spin-off-Gründer sind beispielsweise Hochschullehrer oder wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit diesem Schritt die Mutterorganisation (Unternehmen oder wissenschaftliche Einrichtung) verlassen und sich mit ihren Forschungsergebnissen und der daraus entwickelten Geschäftsidee selbstständig machen. Dafür muss sichergestellt sein, dass die Mutterorganisation die Forschungsergebnisse zur wirtschaftlichen Verwertung freigibt, was oft eine schwierige Einzelfallabwägung zwischen den Interessen der Beteiligten bedeutet.
Solides kaufmännisches Know-how
Die Zusammensetzung des Gründungsteams, die Qualität des Businessplans, die Marktangemessenheit der Produkte bzw. des Leistungsprogramms und ein angemessenes Finanzierungskonzept sind tragende Säulen eines Erfolg versprechenden Spin-offs. Die Produktentwicklung bis zur Marktreife erfordert meist nachhaltige Finanzierung durch externe Kapitalgeber. Spin-off-Gründer müssen deren Interesse wecken und sie überzeugen können. Für die so entscheidenden Fragen der Finanzierung, des Controllings, des Marketings und des Vertrieb ist es für Gründer, die aus technischen oder naturwissenschaftlichen Bereichen kommen, wichtig, mindestens einen weiteren Partner mit ausreichenden kaufmännischen Kenntnissen im Gründungsteam zu haben.
Strategische Planung und Businessplan
Der Businessplan ist Fahrplan für die Gründer und begründet die strategische Basis des Unternehmens. Er ist auch Überzeugungs- und Kommunikationsinstrument gegenüber potenziellen Geldgebern. Er enthält unter anderem Antworten auf folgende Fragen:
Welche Technologie, welches Produkt, welche Dienstleistung steht im Zentrum des Geschäftsmodells bzw. des künftigen Marktangebots?
Welchen Innovationsgrad weist dieses Angebot auf?
Wann ist die Entwicklung abgeschlossen?
Wann kann der der Markteintritt erfolgen?
Welche Ressourcen hinsichtlich Personal- und Materialausstattung und wie viel Kapital sind erforderlich?
Technologietransferzentren und erfahrene Berater und Unternehmer können bei Ausarbeitung des Businessplans helfen.
Fundierte Beratung
Die Erfahrung zeigt: Neun von zehn Unternehmen geht nach dem Start auf halbem Weg die Luft aus. Typische Gründe: Sie haben Entwicklungszeit, Entwicklungs- und Marketingaufwand unterschätzt und damit auch den Kapitalbedarf oder Management, Controlling oder Vertriebsstrukturen funktionieren nicht. Die sorgfältige Suche und Einbindung kompetenter Coaches und Berater ist daher das A und O für Spin-offs.
Fünf besondere Erfolgsfaktoren für Spin-offs
1. Qualifiziert:
Gründung mit nicht zu großem Team (mindestens ein Gründer mit Branchenerfahrung sowie kaufmännischen Qualifikationen).
2. Marktgerecht:
Alleinstellendes und bedarfsgerechtes Produkt entwickeln und möglichst früh am Markt testen (nicht zu perfekt und damit zu teuer planen; Markteinführung geht vor technischer Perfektion).
3. Dynamisch:
Standort in kreativem oder innovativem Umfeld suchen (anfangs ist räumliche Nähe zur Mutterorganisation nützlich).
4. Zeitnah:
Vor der Gründung und später immer wieder kritische und gründliche Markterkundungen, Markt- und Konkurrenzanalysen durchführen.
5. Rentabel:
Frühzeitige Selbstfinanzierung mittels Umsatzerlösen anstreben, um externes Kapital einzusparen.
Quelle: Joachim Hemer, Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe; Dr. Thomas C. Knecht , Droege & Comp. GmbH, München, Juror des FLÜGGE-Programms der Bayerischen Staatsregierung








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