Existenzgründung - Publikationen

DIW Berlin: Gründungen aus Arbeitslosigkeit: Nur selten aus der Not geboren und daher oft erfolgreich, 2010

Herausgeber:
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) Berlin
Mohrenstraße 58
10117 Berlin

In Zusammenarbeit mit Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA) Bonn.

Autoren:
Alexander Kritikos
akritikos@diw.de
Marco Caliendo
caliendo@iza.org

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In der Wirtschaftspolitik wird Existenzgründungen aus Arbeitslosigkeit oft kritisch begegnet – zu Unrecht, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) Berlin und des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA) Bonn zeigt.

Auf Basis einer telefonischen Befragung von vorher arbeitslosen Existenzgründerinnen und -gründern wurde in der Studie der Zusammenhang zwischen unternehmerischem Erfolg und den Gründen für den Schritt in die Selbständigkeit untersucht. Demnach gründen nur 12 Prozent der Arbeitslosen aus der Not. Die meisten würden zwar auch ihre Arbeitslosigkeit beenden wollen, dazu käme aber oft die Entdeckung einer Marktlücke oder der Wunsch, sein eigener Chef sein zu wollen.

Gründer aus Arbeitslosigkeit schaffen nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz

Mit Einführung der „Hartz-Gesetze“ war die Zahl der Gründungen aus der Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen. Mehr als 350.000 Personen wurden 2004, auf dem Höhepunkt der Entwicklung, mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründerzuschüssen gefördert, vorher waren es meist unter 100.000 Personen. Nach der letzten Reform der Gründungsförderung im Jahr 2006 ist die Zahl wieder auf 150.000 geförderte Gründungen gesunken. Die Autoren der Studie, sind sich dennoch sicher, dass die ‚neuen Selbstständigen’ mittlerweile ein eigener Wirtschaftsfaktor sind. Denn gut zwei Drittel von ihnen seien auch fünf Jahre nach der Gründung noch im Geschäft, nur zehn Prozent sind wieder arbeitslos. Außerdem schaffen, so die beiden Autoren, zuvor arbeitslose Existenzgründer nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern geben in bis zu 40 Prozent der Fälle auch anderen Menschen wieder Arbeit.


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