Herausgeber: ZEW – Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Postfach 10 34 43 68161 Mannheim
Autoren:
Georg Metzger (Projektleitung)
Dipl.-Volkswirtin Diana Heger
Daniel Höwer , M.A.
Dr. Georg Licht
Dr. Wolfgang Sofka
In Zusammenarbeit mit der High-Tech-Gründerinitiative "unternimm was." von Microsoft Deutschland.
Ansprechpartner:
Georg Metzger
metzger@zew.de
Insgesamt ging die Gründungstätigkeit in den Hightech-Sektoren 2008 nach Jahren der Stabilisierung um elf Prozent auf rund 15.300 Unternehmensgründungen zurück. Das zeigt die Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim, die in Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland durchgeführt wurde. Am stärksten betroffen sind die Spitzentechnologie sowie technologieorientierte Dienstleistungen. Verhältnismäßig robust zeigt sich die Entwicklung bei den IT-Dienstleistungen, vor allem im Software-Sektor. Die Hightech-Gründerinnen und -Gründer selbst erwarten eine deutliche Marktbereinigung. Ihr Optimismus in Bezug auf die Zukunftschancen des eigenen Unternehmens ist jedoch ungebrochen. Die Aufgabe der Politik sehen sie in der langfristigen Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen für Gründungen.
Im regionalen Vergleich des Gründungsgeschehens in allen Hightech-Sektoren liegen die Bundesländer Bayern, Schleswig-Holstein/Hamburg und Hessen vorn. Im Bereich der forschungsintensiven Industrie weisen Bayern, Thüringen und Baden Württemberg die höchste Gründungsintensität auf. Allerdings fällt Baden-Württemberg nach mehreren Jahren sinkender Gründeraktivität vom ersten auf den dritten Platz zurück. Auf dem Spitzenplatz steht nun in nahezu allen Hightech-Sektoren Bayern.
Optimismus trotz Krise
Trotz der Wirtschaftskrise und einer deutlichen Verunsicherung über ihre weiteren Entwicklungschancen haben die Gründerinnen und Gründer ihren Optimismus noch nicht verloren, so das Ergebnis einer qualitativen Befragung von zwölf Hightech-Start-ups im Rahmen der ZEW-Studie. Sie erwarten zwar eine Marktbereinigung, sehen die eigene Existenz jedoch durch die Krise nicht zusätzlich gefährdet, da sie von Anfang an mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert waren. Die herausgearbeiteten Nischen und technologischen Vorsprünge bewähren sich jetzt, ebenso wie gut gepflegte Kontakte und Netzwerke aus der Zeit vor der Unternehmensgründung. Die befragten Gründerunternehmen agieren generell eher vorsichtig und vermeiden riskante Wachstumsstrategien oder kurzfristige Personalanpassungen. Bei ihnen steht der langfristige Unternehmenszweck im Vordergrund.
Je nach Innovationsgrad der Produkte sind auch die jungen Hightech-Unternehmen von Auftragsrückgängen und damit mehr oder weniger stark von Liquiditätsproblemen betroffen. Dennoch stehen sie kurzfristigen staatlichen Konjunktureingriffen wegen ihrer wettbewerbsverzerrenden Wirkung kritisch gegenüber. Die Aufgabe der Politik sehen sie in der Gestaltung günstiger Rahmenbedingungen für Gründungen. Im Vordergrund stehen dabei Steuervereinfachung und mehr Steuergerechtigkeit, unbürokratische und transparente Förderprogramme für Hightech-Gründerinnen und -Gründer sowie langfristige Investitionen in Bildung von der Grundschule bis zur Hochschule.
Datenbasis der ZEW-Studie "High-Tech-Gründungen in Deutschland"
Im Rahmen der ZEW-Studie wurden zeitliche Entwicklung und regionale Disparität der Gründungstätigkeit in Deutschland auf Basis des Mannheimer Unternehmenspanels ausgewertet. Zusätzlich wurden bei einer Fokusgruppenuntersuchung detaillierte Interviews mit 12 Unternehmerinnen und Unternehmern aus verschiedenen Branchen geführt.








High-Tech-Gründungen in Deutschland, 2009