Herausgeber:
Institut für Mittelstandsforschung
Maximilianstraße 20
53111 Bonn
Download der Kurzfassung unter:
Restart (pdf)
Ausführliche Ergebnisse finden Sie in der Publikation: Restart - Eine zweite Chance für gescheiterte Unternehmer? Schriften zur Mittelstandsforschung Nr. 103NF, DUV Wiesbaden, erhältlich im Buchhandel
Ziel
In Deutschland geben jeden Tag mehr als Tausend Menschen ihre Selbstständigkeit auf. Häufig ist dies mit persönlichen Vermögensverlusten oder privater Überschuldung verbunden. In dieser Studie hat sich das Institut für Mittelstandsforschung Bonn den so genannten Restartern zugewandt, den gescheiterten Unternehmern, die erneut den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Ziel der Untersuchung war es zu klären, welche empirische Relevanz dieser Gruppe von Gründern zukommt und welche Bedeutung sie für eine Volkswirtschaft haben.
Inhalt
Ein beachtlicher Teil der Selbstständigen sind Restarter
Aus unterschiedlichen Befragungen ergab sich, dass zwischen 20 und 30 Prozent aller Gründer schon einmal selbstständig waren, und dass zwischen 11 und 18 Prozent aller Gründer bereits einmal mit ihrem Unternehmen gescheitert sind.
Gründen Restarter erfolgreicher als Erstgründer?
Diese viel diskutierte Hypothese konnte nicht bestätigt werden. Weder die Erfahrungen aus einer vorhergehenden Selbstständigkeit, noch die Erfahrungen des Scheiterns wirken sich deutlich positiv auf den Unternehmenserfolg aus. Der Einfluss auf die Personalentwicklung ist nur gering. Allerdings weisen Wiederholungsgründer, die zuvor schon einmal gegründet hatten, ein höheres Einkommen auf als Erstgründer. Doch Personen mit fünf und mehr Gründungsversuchen erzielen ein erheblich niedrigeres Einkommen als Erstgründer. Zusammenfassend wird festgestellt: Einmal gescheiterte Gründer sind ähnlich erfolgreich oder erfolglos wie andere Gründer.
Hemmnisse und Hürden beim Restart
Der erneute Gründungsprozess beginnt häufig, bevor das Altunternehmen vollständig abgewickelt ist. Die Folge sind Finanzierungsprobleme. Die Fremdkapitalbeschaffung wird durch Vermögensverluste erschwert und negative Einträge bei Kreditauskunfteien oder in Schuldnerlisten machen sie nahezu unmöglich. Das führt dazu, dass Restarter über eine geringere Kapitalausstattung verfügen.
Sie gründen mit einem um ein Drittel niedrigeren Startkapital als Erstgründer, und sie bekommen das Gründungskapital eher aus privaten Darlehen von Freunden und Familienangehörigen als aus Bankdarlehen. So erschweren die Nachwirkungen einer vorangegangenen Finanzkrise nicht nur den Gründungsprozess, sie bremsen auch zukünftiges Wachstum. Und Vorbehalte der Finanzbranche schaffen Hürden in der Abwicklung des Zahlungsverkehrs und der Finanzierung von Investitionen. Zudem bleibt der Zugang zur öffentlichen Gründungsförderung meist versperrt.
Fazit
Vormals gescheiterte Unternehmer leisten einen beachtlichen Beitrag zum Gründungsgeschehen und ihr Erfolgspotenzial entspricht dem von Erstgründern. Die aus dem Scheitern erwachsenden Nachteile können Restarter teilweise durch Erfahrungswissen ausgleichen. Die Autoren der Studie empfehlen, Hürden in den Bereichen Information und Finanzierung für Restarter abzubauen. Berechtigte Interessen von Gläubigern sollen dabei nicht vernachlässigt werden, doch sollte berücksichtigt werden, dass deren Forderungen möglicherweise eher bedient werden können, wenn einem Restart nichts im Wege steht.








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