Mütter, die gründen: ambitioniert und die Familie stets im Blick

Datum
29.10.2017

Jede sechste Gründung in 2016 durch „Mompreneurs“ - Gründung als Chance, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Durch den Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt ist die Gründungstätigkeit seit ca. 15 Jahren rückläufig: Die Zahl der Gründer ist von 1,5 Millionen im Jahr 2002 auf 672.000 im Jahr 2017 gesunken. Der Anteil von Frauen an den Gründungen ist indes gestiegen: von 34 % im Jahr 2002 auf 40 % im vergangenen Jahr. Vier von zehn Gründerinnen haben minderjährige Kinder im Haushalt. Somit sind die so genannten „Mompreneurs“ für jede sechste Gründung in 2016 verantwortlich. Eine Sonderauswertung des KfW-Gründungsmonitors zeigt nun: Frauen, insbesondere Mütter, gründen anders als Männer. Ein zentrales Ergebnis: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für die Gründungsaktivität von Müttern in jeder Hinsicht zentral.

Etwa ein Drittel der Mompreneurs wie auch der Gründerinnen ohne Kinder startet im Vollerwerb. Doch Mompreneurs treten bei der Arbeitszeit kürzer (36 vs. 50 Wochenstunden). Mompreneurs haben einen klaren Branchenschwerpunkt: Sie sind besonders stark auf persönliche Dienstleistungen konzentriert (45 %). Hierzu gehören neben Gastronomie- und Gesundheitsdienstleistungen z.B. auch häusliche Betreuungsangebote, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern und von Mompreneurs überdurchschnittlich oft angeboten werden. Der Anteil von digitalen Gründungen ist mit 13 % auffällig gering (insgesamt ca. 20 %). Bei der Finanzierung der Gründungsprojekte zeigen sich Unterschiede hauptsächlich zwischen Gründerinnen und Gründern - ob Kinder im Haushalt sind, ist weniger relevant. Aufgrund der Branchen- und Größenunterschiede setzen Männer häufiger Finanzmittel ein als Frauen und im Durchschnitt auch höhere Beträge. Mütter unterscheiden sich hier kaum von anderen Gründerinnen, abgesehen von der Zusammensetzung der externen Finanzierungsquellen: Mompreneurs sind die Gruppe unter den Gründern, die am häufigsten Förderdarlehen und Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit verwendet.