KfW erweitert Innovationsförderung um den Schwerpunkt Digitalisierung

Datum
29.06.2017

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die die Digitalisierung und Innovationstätigkeit in ihren Betrieben vorantreiben möchten, erhalten ab dem 1. Juli 2017 Rückenwind: Mit den beiden neuen KfW-Förderprogrammen „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ und „ERP-Mezzanine für Innovation“ unterstützt die Bundesregierung KMU und Freiberufler, die seit mindestens zwei Jahren am Markt sind.

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

Der neue „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ finanziert Investitions- und Betriebsmittelkosten (z.B. laufende Kosten, Erwerb von Aktiva des Umlaufvermögens) sowie "Vereinfacht ermittelte Kosten" (dabei können Kosten in Höhe von maximal 200 % der vorhabensbezogenen Personalkosten als Alternative zu förderfähigen Investitions- und Betriebsmittelkosten angesetzt werden), die im Rahmen der folgenden Vorhaben anfallen:

  • Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren (Beispiel: Vernetzung der Produktionssysteme)
  • Innovationsvorhaben, bei denen neue oder substantiell verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickelt werden.

Das Besondere ist: Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen, die den Kreditantrag an die KfW weiterleiten, wird eine Haftungsfreistellung von 70 Prozent angeboten. Zum Hintergrund: In der Regel haftet die Hausbank (Bank oder Sparkasse des Gründers) gegenüber dem Hauptleihinstitut (z.B. KfW) zu 100 Prozent für die Rückzahlung der Kredite. In einigen Kreditprogrammen kann die KfW einen Teil dieses Hausbankrisikos übernehmen, d.h. sie befreit die Hausbank von einem Teil der Haftung. Kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der KMU-Definition der EU erhalten haftungsfreigestellte Kredite zu besonders günstigen Konditionen.

Das Förderprogramm löst den bisherigen KfW-Unternehmerkredit Plus ab.

ERP-Mezzanine für Innovation

Im Rahmen des neuen Förderprogramms „ERP-Mezzanine für Innovation“ bietet die KfW zinsverbilligte Finanzierungspaket an, das aus aus einem klassischen Darlehen (Fremdkapitaltranche) und aus einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) besteht. Es dient der langfristigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren, Prozesse oder Dienstleistungen sowie ihrer wesentlichen Weiterentwicklung. Gefördert werden Investitionen, Betriebsmittel (z.B. Personalkosten, Reise-, Materialkosten, Einzelkosten für FuE-Aufträge) und "Vereinfacht ermittelte Kosten".

Aus dem Programm werden sowohl Vorhaben unterstützt, die für das antragstellende Unternehmen neu sind, als auch solche, die sich vom Stand der Technik in der EU abheben. Förderfähig sind Vorhaben, die

  • Tätigkeiten der experimentellen Entwicklung umfassen.
  • darauf abzielen, eine genau definierte unteilbare Aufgabe mit klar fest gelegten Zielen durchzuführen.
  • aus mehreren Arbeitspaketen, Tätigkeiten oder Dienstleistungen bestehen kann.

Das Förderprogramm löst das bisherige ERP-Innovationsprogramm ab.