Freiberufler: an mehreren GbR beteiligen?

Frage

Darf ich als selbständiger Freiberufler mehrere GbR gründen bzw. an mehreren GbR beteiligt sein? Z.B. wenn ich mit drei Kollegen jeweils drei GbR gründe - also mit jedem Kollegen eine eigenständige GbR, geht das? Die Tätigkeit würde natürlich an verschiedenen Orten ausgeübt. Welche andere Kooperationsformen kämen in Frage, wenn man sich mit anderen einzelnen Kollegen jeweils immer nur zur zweit zusammenschließen will.

Antwort

Sie können mehrere GbR gründen. Zu beachten ist dabei vor allem der § 42 Abs. 2 AO: Demnach liegt eine missbräuchliche Rechtsformgestaltung vor, wenn eine Form gewählt wird, die beim Steuerpflichtigen oder einem Dritten im Vergleich zu einer angemessenen Gestaltung zu einem gesetzlich nicht vorgesehenen Steuervorteil führt. Dies gilt nicht, wenn der Steuerpflichtige für die gewählte Gestaltung außersteuerliche Gründe nachweist, die nach dem Gesamtbild der Verhältnisse beachtlich sind. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn mehrere Unternehmen gegründet werden, um mehrfach die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen zu können (ein Startunternehmen muss zu Beginn den voraussichtlichen Umsatz für das Kalenderjahr schätzen. Übersteigt dieser voraussichtlich nicht die Umsatzgrenze von 17.500 Euro, gilt der Unternehmer als Kleinunternehmer und ist damit nicht umsatzsteuerpflichtig).

Welche anderen Kooperationsformen in Frage kommen, hängt vor allem von der Haftung bzw. der Höhe des Risikos ab.

Zur Rechtsformwahl bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie umfangreiche Informationen und Anleitungen unter www.existenzgruender.de.
Dort finden Sie auch ein eTraining zu diesem Thema.

Falls Ihnen die Partnerschaftsgesellschaft zusagt: Beachten Sie bei der Rechtsformwahl bitte, dass die Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung - PartGmbB - für Angehörige der freien Gesundheitsberufe (noch) nicht zugänglich ist.

Quelle:
Dr. Willi Oberlander M.A.
Geschäftsführer
Institut für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg e.V. (IFB)
September 2014

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