Französische Staatsbürgerschaft: Krankenversicherung?

Frage

Ich bin Franzose und studierter Produktdesigner. Ich habe in Deutschland bereits als Freiberufler und Angestellter gearbeitet. Ich bin hier seit 7 Jahren privat krankenversichert, aber nicht in der Künstlersozialkasse. Seit Juli arbeite ich vorübergehend in London, bin also zudem über den NHS versichert. Nun suche ich Rat, was ich mit meiner Krankenversicherung machen soll. Kündigen? „On hold“ stellen? Ich möchte nächstes Jahr zurück nach Deutschland als Freier oder Angestellter. Unter welchen Bedingungen kann ich dann in eine gesetzliche Krankenversicherung einsteigen? a) als Freiberufler mit Künstlersozialkasse? b) als Angestellter?

Antwort

Sie sprechen die Frage des Zugangs zur gesetzlichen Krankenversicherung nach einem längeren Auslandsaufenthalt an. Die allgemeine Versicherungspflicht tritt kraft Gesetzes mit dem ersten Tag ohne anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall im Inland ein. Diese kraft Gesetzes eintretende Versicherungspflicht führt somit dazu, dass die davon erfassten Personen unter Umständen für einen zurückliegenden Zeitraum Versicherungsschutz haben, aber auch Beiträge zahlen müssen.

Für den Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung nach einem längeren Auslandsaufenthalt gelten weiterhin bestimmte, nachfolgend aufgeführte Sonderregelungen:

Keine Zugangsprobleme entstehen i.d.R. dann, wenn bei Rückkehr aus dem Ausland eine versicherungspflichtige Beschäftigung im Inland aufgenommen wird. Dies gilt auch für Personen, die bei Aufnahme der Beschäftigung das 55. Lebensjahr vollendet haben. Zwar bleiben gemäß § 6 Absatz 3a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben und nach dem 30. Juni 2000 versicherungspflichtig werden, versicherungsfrei, d.h. sie werden nicht Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, obwohl sie an und für sich einen Tatbestand der Versicherungspflicht erfüllen, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht zu keinem Zeitpunkt gesetzlich krankenversichert waren (Rahmenfrist) und sie in diesen fünf Jahren zumindest zweieinhalb Jahre lang in der Bundesrepublik Deutschland versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder hauptberuflich selbständig tätig waren. Diese letzte Voraussetzung wird von Personen, die nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkehren, jedoch nicht erfüllt, so dass die genannte Einschränkung der Versicherungspflicht für sie nicht gilt.

Bei Personen, die beschäftigt waren in Staaten der Europäischen Gemeinschaft, des Europäischen Wirtschaftsraums oder Staaten, mit denen entsprechende Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen wurden, werden bei der für die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung erforderlichen Vorversicherungszeit die Versicherungszeiten bei den ausländischen Sozialversicherungsträgern berücksichtigt, sofern zuvor im Inland eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bestanden hat, so dass hier i.d.R. ebenfalls keine Zugangsprobleme entstehen. Zu diesem Thema möchte ich Ihnen empfehlen, sich an die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland zu wenden (www.dvka.de) oder zur weiteren Beratung an das Bürgertelefon zur gesetzlichen Krankenversicherung des Bundesministeriums für Gesundheit: 030 - 340 606 601

Quelle: Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit
www.bundesgesundheitsministerium.de/service/buergertelefon.html
September 2017