Kapitalbedarfsplan

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Wer ein Unternehmen gründet, muss zunächst einmal Geld in sein Vorhaben investieren. Wie viel Sie investieren müssen, stellen Sie anhand einer Kapitalbedarfsplanung fest.

Ein Kapitalbedarfsplan gehört in jeden Businessplan, unabhängig davon, ob Sie Ihr Vorhaben allein aus Ihren Ersparnissen oder mit Hilfe von Darlehen finanzieren. Wer auf eine genaue Planung verzichtet, riskiert, dass am Ende das Geld nicht ausreicht. Auf die Schnelle muss dann eine Fremdfinanzierung gefunden werden. Für öffentliche Förderdarlehen ist es dann zu spät. Sie können nur vor der Gründung bzw. vor der geplanten Investition beantragt werden.

Eine gründliche Kapitalbedarfsplanung gehört daher zum kleinen Einmaleins jeder Gründungsvorbereitung. Dabei sollten Sie folgende Größen genau ermitteln:

  1. Kapitalbedarf für die (formale) Gründung
  2. Kapitalbedarf für die betriebliche Anlaufphase
  3. Kapitalbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes
  4. Finanzierung des Kapitalbedarfs

Viele Gründerinnen und Gründer kalkulieren zu knapp und "verdursten" dann auf halber Strecke, weil die Geschäfte nicht so anlaufen, wie sie es sich erhofft haben, oder weil etwas Unvorhergesehenes geschieht. Sie sollten also immer auch einen Puffer bei der Finanzierung berücksichtigen.

Kapitalbedarf für die (formale) Gründung

Beginnen Sie mit den Kosten, die für Ihre Gründungsvorbereitung anfallen. Dazu zählen beispielsweise Beratungskosten, Notarkosten, Gebühren für Anmeldungen und Genehmigungen. Sprechen Sie mit Ihrem Gründungsberater und stellen Sie gemeinsam fest, welche Gründungskosten in welcher Höhe anfallen.

Kapitalbedarf für die betriebliche Anlaufphase

Wie viel Geld müssen Sie investieren, um Ihr Unternehmen startklar zu machen? Unterscheiden Sie in Anlagevermögen wie z.B. Lizenzen, Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge, Büroeinrichtung und Umlaufvermögen. Letzteres bezeichnet die laufenden betrieblichen Aufwendungen für Waren, Verwaltung, Vertrieb, Personal u.a., die Sie später durch Ihre Einnahmen decken müssen. Da Sie in der Anlaufphase noch keinen bzw. einen geringen Umsatz haben, müssen Sie die Anlaufphase erst einmal vorfinanzieren. Kalkulieren Sie hier einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten. Erkundigen Sie sich, wie lange die Anlaufzeiten in Ihrer Branche üblicherweise sind.

Ermitteln Sie zunächst die Höhe der notwendigen Investitionen und Anlaufkosten

  • Wie viel Geld brauchen Sie langfristig z.B. für Grundstück, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge?
  • Wie hoch sind die Kosten kurz- und mittelfristig für Betriebsmittel (erstes Material- und Warenlager, Personal, finanzielle Reserven u.a.)?

Wo können Sie sparen?

  • Büroeinrichtungen, Geräte, Anlagen, Maschinen kosten mitunter nur ein Viertel des Neuwerts, wenn sie gebraucht gekauft werden. Aber: Eine ärmlich wirkende Ausstattung kann auch Kunden "abschrecken".
  • Leasing von Fahrzeugen, Maschinen, Geräten kann den Gründungsetat spürbar entlasten. Aber: Leasing ist in der Regel teurer. Rechnen Sie in jedem Fall das Angebot durch.
  • Prüfen Sie, ob Sie nicht mit anderen Unternehmen, die ähnliche Produkte herstellen oder eine gleiche Handelsstufe haben, kooperieren können, um dadurch u.a. günstigere Einkaufskonditionen zu erhalten.
  • Animieren Sie Ihre Mitarbeiter zum umweltbewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen.
  • Nutzen Sie das Angebot von Dienstleistungsunternehmen: z.B. Empfangs- und Sekretariatsservices, Car- oder Gerätesharing.

Mit unserem Check­lis­te: Ka­pi­tal­be­darfs­plan (PDF, 914 KB) können Sie den Kapitalbedarf für Ihre Gründung und die betriebliche Anlaufphase ermitteln.

Kapitalbedarf zur Sicherung des Lebensunterhaltes

Wie viel müssen Sie mit Ihrer beruflichen Selbständigkeit verdienen, um davon leben zu können? Listen Sie alle monatlichen Ausgaben, die Sie für Ihren privaten Lebensunterhalt benötigen, auf. Kalkulieren Sie großzügig und berücksichtigen Sie auch unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit, Unfall, aber auch Reparaturen an Haus oder Auto. Die Banken legen Wert auf eine realistische Einschätzung.

Die Höhe Ihrer privaten Ausgaben ist die Grundlage für Ihr monatliches "Gehalt", das Sie als Unternehmer beziehen. Haben Sie vor, ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft (z.B. GbR) zu gründen, wird dieses "Gehalt" übrigens Unternehmerlohn genannt. Check­lis­te: Un­ter­neh­mer­lohn er­mit­teln (PDF, 918 KB). Bei einer Kapitalgesellschaft würden Sie als angestellter Geschäftsführer ein Gehalt (Personalkosten) beziehen.

Finanzierung des Kapitalbedarfs

Wenn Sie wissen, wie hoch Ihr Kapitalbedarf für Ihre Gründung sowie die betriebliche Anlaufphase und die laufenden unternehmerischen Kosten ist, kommt der nächste Schritt: Sie müssen feststellen, wie Sie Ihre Investitionen finanzieren und Ihre Kosten am besten decken können. Bitte beachten Sie dabei Folgendes:

  • Die (formale) Gründung, notwendige Investitionen und die Finanzierung der Anlaufphase wird in der Regel aus einem Mix von Eigenkapital, Förderdarlehen und/oder Bankkrediten finanziert. Die anfallenden Zinslasten und Tilgungsraten der Darlehen, müssen Sie in Ihrer Kapitalbedarfsplanung berücksichtigen. Denn auch hier handelt es sich um Kosten, die vom ersten Tag nach dem Unternehmensstart anfallen. Mit welchen Mitteln Sie Ihren Unternehmensstart finanzieren, halten Sie in Ihrem Finanzierungsplan fest.
  • Die laufenden betrieblichen Kosten sowie die Kosten für Ihren Lebensunterhalt müssen (nach einer angemessenen Anlaufphase) über Ihr Unternehmen gedeckt werden. Ob Ihr Unternehmen dazu in der Lage ist, kalkulieren Sie in Ihrer Rentabilitätsvorschau.
  • Um gegen Zahlungsengpässe gewappnet zu sein, benötigen Sie außerdem einen Überblick über Ihre zukünftigen Einnahmen und Ausgaben. Den erhalten Sie mit Hilfe einer Liquiditätsvorschau. Kurzzeitige Zahlungsengpässe lassen sich zum Beispiel durch einen Kontokorrentkredit kurzfristig ausgleichen.

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