Start-ups: Personal

Die meisten Start-up-Teams starten auf dieselbe Art und Weise: mit ungeheurer Begeisterung, mit 16- oder 18-Stunden-Tagen und großer Freude über jeden Erfolg.

Was dann geschieht, ist in vielen schnell wachsenden jungen Unternehmen ähnlich: Man sitzt in einem Raum und wirft sich die „Bälle“ zu. Jeder macht alles und jeder ist für jeden da. Aber: Es gibt keine Führung. Das Gründungsteam weiß in der Regel auch nicht, welche Verhaltensweisen und Verpflichtungen eine Führungsrolle mit sich bringen. Typisch sind stattdessen enthusiastische Versprechungen für potenzielle Teampartner: „Kommt zu uns, wir machen zusammen Karriere.“ Wir haben daher eine Reihe von Experten gefragt, wie Start-up-Gründer in ihre Chef-Rolle hineinwachsen können.

Quellen und Zitate: Martin Horn, MartinHornConsulting, Vorstandsmitglied des Fachverbandes Personalmanagement im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.; Christoph Warnecke, CW Christoph Warnecke Consulting & Coaching, Vorsitzender des Fachverbandes Personalmanagement im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.

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Plötzlich Chef

Nicht ganz leicht ist, wenn aus dem Freund der Chef oder der Untergebene wird und die bisherige Zusammenarbeit auf Augenhöhe beendet scheint. Konflikte lassen sich dadurch vermeiden, dass die Beteiligten ihre Rollen im Unternehmen klären. Dabei sollte auch zur Sprache kommen, dass mit der Rolle als Chef ein anderer und angemessener Ton verbunden sein mag, entsprechend der Verantwortung in dieser neuen Rolle. Nach aller Erfahrung ist es so, dass Erfolg und Misserfolg eines Unternehmens im Wesentlichen vom guten zwischenmenschlichen Miteinander im Unternehmen abhängen. Darum sollte im Verlauf eines solchen Rollenwechsels deutlich werden, dass die neuen Rollen nicht das Ende der alten Freundschaft bedeuten (müssen).

Christoph Warnecke: „Wer diese Rolle als Chef eigentlich nicht spielen will, sollte den Posten nicht übernehmen. Ich habe noch keinen Fall erlebt, wo derjenige, der in diese Rolle gezwungen wurde, anschließend erfolgreich war. Auch bei Generationenwechseln klappt das fast nie.“