Arbeitsvertrag

Als Arbeitgeber können Sie grundsätzlich frei entscheiden, mit wem und unter welchen Bedingungen Sie einen Arbeitsvertrag abschließen. Allerdings müssen Sie geltende Tarifverträge und gesetzliche Bestimmungen beachten.

Tarifverträge gelten

  • für Arbeitnehmer, die Mitglieder einer tarifschließenden Gewerkschaft sind
  • für Arbeitgeber, deren Arbeitgeberverband Tarifverträge vereinbart hat
  • für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die nicht den tarifschließenden Verbänden angehören, für die aber Tarifverträge gelten, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt worden sind.

Informieren Sie sich daher, inwieweit es für Ihren Betrieb bzw. Ihre Branche einen für verbindlich erklärten Tarifvertrag gibt. Tarifverträge legen in der Regel Mindestvoraussetzungen für die Einstellung und Arbeitsverträge von Mitarbeitern fest. Das bedeutet: Der zukünftige Arbeitgeber darf diese Vertragsbedingungen nicht zu Ungunsten des Arbeitnehmers ändern. Zu Gunsten des Arbeitnehmers ist dies jedoch jederzeit möglich.

Vertragsinhalte

Grundsätzlich ist der Arbeitsvertrag formfrei. Auch ein mündlicher oder stillschweigend vereinbarter Vertrag gilt, sofern nicht im zuständigen Tarifvertrag ausdrücklich die schriftliche Form vereinbart wurde. Trotzdem ist – schon zur Beweiserleichterung und um Missverständnisse zu vermeiden – die Schriftform zu empfehlen. Eine Übersicht dazu, was in einen Arbeitsvertrag gehört, finden Sie in der Grün­der­Zei­ten Nr. 15: Per­so­nal (PDF, 1 MB).

Mindestlohn beachten

Der allgemeine gesetzliche Mindeststundenlohn beträgt 8,84 Euro brutto pro Stunde (2017). Der Mindestlohn gilt für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer ab 18 Jahren. Unabhängig davon, ob es sich um eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle handelt. Dies gilt auch für Minijobber und ausländische Arbeitnehmer, sofern diese Arbeitsleistungen in Deutschland erbringen.

Eine Ausnahme gibt es in Branchen, deren Löhne bisher unter dem Mindestlohn lagen. Dort gilt seit dem 1. Januar 2017 ein Bruttostundenlohn von 8,50 Euro. Ab dem 1. Januar 2018 muss aber auch in diesen Branchen der festgesetzte allgemeine gesetzliche Mindestlohn ohne jede Einschränkung bezahlt werden. Gleiches gilt für die Lohnuntergrenze bei der Arbeitnehmerüberlassung und für Zeitungszusteller.
Mit dem Mindestlohn sind für Arbeitgeber in bestimmten Branchen Aufzeichnungspflichten verbunden (siehe § 17 MiLoG). Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen, müssen generell, unabhängig von der Branche, deren Arbeitszeiten aufzeichnen (Ausnahme: geringfügige Beschäftigte in Privathaushalten). Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Sonder- und Ausnahmeregelungen. Informationen dazu finden Sie unter www.der-mindestlohn-wirkt.de.

Für Arbeitgeber, die Minijobber beschäftigen: Aus der Grenze von 450 Euro ergibt sich für Minijobberinnen und Minijobber bei einem Mindestlohn von 8,84 Euro eine maximale Arbeitszeit von 50,9 Stunden pro Monat.

Umfangreiche Informationen zum Arbeitsrecht finden Sie auch auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

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