Ideen entwickeln

Um Prozesse zu verbessern, neue Produkte zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen, braucht es gute Ideen.

Anknüpfungspunkt dafür können auch gesellschaftliche Trends wie die alternde Gesellschaft, die zunehmende Vereinzelung oder die digitale Vernetzung sein, die viele gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringen.

Kreativitätstechniken

Ideen kann man für sich im Unternehmen oder auch in der Zusammenarbeit mit Innovations-Partnern entwickeln. Hilfreich dabei sind Kreativitätstechniken. Sie können dabei helfen, den Ideenfluss zu beschleunigen, Denkblockaden zu überwinden oder eine neue Suchrichtung für eine Problemlösung einzuschlagen.

Welche die jeweils richtige Kreativitätstechnik ist, hängt von der Aufgaben- oder Problemstellung ab, außerdem von der Teilnehmerzahl einer Arbeitsgruppe, der verfügbaren Zeit usw. Im Folgenden einige Technik-Beispiele.

Für jede Kreativitätstechnik ist wichtig...

Unabhängig davon, welche Kreativitätstechnik man nutzen möchte: Sie kann nur dann funktionieren, wenn man für die passenden Arbeitsbedingungen sorgt. Dazu gehört vor allem, „Kreativitätskillern“ keine Chance zu geben.

  • Achten Sie darauf, dass genügend Zeit zur Verfügung steht und kein Zeitdruck aufkommt.
  • Formulieren Sie genau die Frage- oder Problemstellung.
  • Legen Sie die Vorgehensregeln fest.
  • Organisieren Sie eine Ergebnissicherung. Bestimmen Sie ggf. einen Protokollanten.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ideen erst nach der Ideensammlung bewertet werden (z.B. durch eine Pro-und-Contra-Diskussion zu einzelnen Ideen, Klärung der Frage: Welche Idee kann am leichtesten realisiert werden?).
  • Vereinbaren Sie Regeln für die Kommunikation. So sind „Killerphrasen“ wie z.B. „Das geht nicht“, „Alter Hut“, „Zu kompliziert“, „Zu teuer“ verboten.

Themen

Bestehende Ideen verfeinern: Merkmalsauflistung, Morphologischer Kasten

Um bestehende Ideen zu verfeinern, kann man die Merkmalsauflistung oder den Morphologischen Kasten verwenden.

Merkmalsauflistung

Ziel
Eine Merkmalsauflistung fischt nicht mit dem großen Netz nach möglichst vielen verschiedenen Ideen. Mit ihrer Hilfe können die Teilnehmer z.B. bestehende Produkte oder Dienstleistungen verändern und weiterentwickeln. Die Merkmalsauflistung ist eine vereinfachte Vorstufe des Morphologischen Kastens und kommt wie dieser häufig dann zum Einsatz, wenn Produkte oder Dienstleistungen genauer auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten werden sollen.

Problemstellung (Beispiele)

  • Wie können wir bestehende Angebote verbessern (um eine Marktnische zu besetzen)?
  • Wie können wir das Angebot unserer Firma verbessern (um den Absatz zu erhöhen)?
  • Wie sollte das ideale Handy beschaffen sein?

Zeit
30 Minuten

Umsetzung
Die Teilnehmer tragen zunächst die wichtigsten Merkmale eines geplanten Produkts oder einer geplanten Dienstleistung zusammen: Form, Größe, Design, Material, Farbe, Aufgabe, Nutzen, Dauer, Preis usw. Dann sollten sie überlegen: Lassen sich diese Merkmale verändern, ersetzen oder anders kombinieren, so dass das Produkt bzw. die Dienstleistung für die Kunden einen größeren Nutzen anbietet und attraktiver wird?

Vorlage für Merkmalsauflistung:

Merkmalsauflistung Produkt
AltNeu
Aufgabe
Nutzen
Form
Größe
Design
Material
Farbe
Preis
Merkmalsauflistung Dienstleistung
AltNeu
Zweck
Nutzen
Häufigkeit
Uhrzeit
Zeitaufwand
Materialaufwand
Preis

Praxistipp
Bei der Merkmalsauflistung sollte man darauf achten, dass sich die Merkmale wirklich deutlich voneinander abgrenzen und nicht verschwimmen. Bei einer schleppenden Geschäftsidee-Suche kann man mit verschiedenen Gruppen arbeiten, um Denkbarrieren zu überwinden und zu originellen Lösungen zu kommen. So kann eine erste Gruppe die Merkmale eines Produktes festlegen, eine zweite bei der Suche nach den Lösungsalternativen einsteigen und eine dritte die optimale Lösung suchen (ggf. ohne dass die Gruppen die Aufgabenstellungen der anderen kennen).

Morphologischer Kasten

Ziel
Ein Morphologischer Kasten wird bei engen und schwierigen Problemstellungen eingesetzt, für die es nur wenige Lösungen oder womöglich nur eine einzige Lösung gibt. Mit seiner Hilfe können die Teilnehmer z.B. bestehende Produkte oder Dienstleistungen verändern und weiterentwickeln, um eine neue Geschäftsidee und vielleicht eine Marktnische zu finden. Der Morphologische Kasten ist eine Weiterentwicklung der Merkmalsauflistung und kommt wie diese häufig dann zum Einsatz, wenn Produkte oder Dienstleistungen genauer auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnitten werden sollen. Er eignet sich besonders gut bei eher technisch ausgerichteten Frage- und Aufgabenstellungen.

Problemstellung (Beispiele)

  • Wie können wir bestehende Angebote verbessern (um eine Marktnische zu besetzen)?
  • Wie können wir das Angebot unserer Firma verbessern (um den Absatz zu erhöhen)?

Zeit
30 Minuten

Umsetzung
Um eine vage Geschäftsidee zu konkretisieren und zu einer Entscheidung für und gegen bestimmte Umsetzungen zu kommen, sollte man zunächst alle denkbaren Merkmale zusammentragen, die für den Kunden bei diesem Produkt oder dieser Dienstleistung eine Rolle spielen. Das kann mit Hilfe eines Brainstormings geschehen. Zu diesen Merkmalen werden dann verschiedene Varianten (Lösungsalternativen) gesucht und nebeneinander notiert. Jede Variante eines Merkmals kann nun theoretisch mit jeder Variante der anderen Merkmale kombiniert werden. Aus den verschiedenen möglichen Kombinationen lässt sich dann die beste auswählen.

Praxistipp
Beim Morphologischen Kasten sollte man darauf achten, dass sich die Merkmale wirklich deutlich voneinander abgrenzen und nicht verschwimmen. Bei einer schleppenden Geschäftsidee-Suche kann man mit verschiedenen Gruppen arbeiten, um Denkbarrieren zu überwinden und zu originellen Lösungen zu kommen. So kann eine erste Gruppe die Merkmale eines Produktes festlegen, eine zweite bei der Suche nach den Lösungsalternativen einsteigen und eine dritte die optimale Lösung suchen (ggf. ohne dass die Gruppen die Aufgabenstellungen der anderen kennen).