„Wir konnten uns von Anfang an als internationaler Player positionieren.“

Datum
01.12.2015

Verena Pausder entwickelt und vermarktet gemeinsam mit ihrem Team Apps für Kinder. Mit ihrem 2012 gegründeten Unternehmen „Fox & Sheep" bedient sie nicht nur einen internationalen Markt: Auch ihre Mitarbeiter und Geschäftspartner sind in der ganzen Welt verteilt. Wie es ihr gelungen ist, dieses internationale Netzwerk aufzubauen, erzählt die Vorbild-Unternehmerin der BMWi-Initiative „FRAUEN unternehmen" im folgenden Interview.

Profilbild Vernea Pausder

Frau Pausder, Sie entwickeln Apps für Kinder. Und Sie haben Ihr Start-up von Anfang an international aufgestellt. Warum?

Pausder: Wer Apps entwickelt, hat durch die großen App-Stores die Chance, auf einen Schlag in etwa 135 Ländern Kunden zu erreichen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sprache, Design und Inhalte zu den jeweiligen Ländern und Kulturkreisen passen. Für uns war daher von Beginn an klar, dass wir unsere Apps in den App-Stores in den 16 wichtigsten Sprachen der Welt anbieten. Und was Design, Inhalte und Didaktik betrifft, haben wir für unsere Apps einen internationalen kulturübergreifenden Code gefunden, so dass sie keinem spezifischen Kulturraum zugeordnet werden können. Darüber hinaus war es uns wichtig, dass wir uns mit dem Namen „Fox & Sheep“ von Anfang als internationaler Player und nicht als rein deutsches Unternehmen positioniert haben.

Auch Ihre Mitarbeiterinnen sind in der ganzen Welt verteilt. Wie finden Sie die Besten?

Pausder: Zum einen nehmen viele Interessenten mit uns Kontakt auf, weil wir in den App-Stores mittlerweile sehr präsent sind und einen gewissen Bekanntheitsgrad in unserem Genre haben. Zum anderen nehmen wir aber auch an internationalen Konferenzen oder Messen in San Francisco, New York oder Bologna teil und lernen dort jede Menge Leute kennen. Darüber hinaus haben wir 2014 zum ersten Mal selbst eine Konferenz zum Thema „The Kids Want Mobile“ in Berlin durchgeführt und dazu App-Entwickler, Illustratoren, Grafiker, Animatoren, Verlage und Autoren aus der ganzen Welt eingeladen. Die Konferenz kam so gut an, dass wir sie dieses Jahr wiederholt haben - mit 180 Teilnehmern. Aufgrund der positiven Resonanz wird sie auch im nächsten Jahr stattfinden.

Das alles organisieren Sie von Ihrem Büro in Berlin aus. Was findet dort noch statt?

Pausder: Bei uns laufen alle Fäden zusammen. Hier entstehen die Ideen für neue Apps, hier koordinieren wir die Arbeit der Entwickler und Illustratoren. Außerdem liegen Projektmanagement und App-Store-Management in unseren Händen genauso wie das Marketing.

Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen, die sich ebenfalls ein internationales Netzwerk an Mitarbeitern aufbauen möchten?

Pausder: Mein wichtigster Tipp ist, die bestehenden Online-Plattformen zu nutzen, um geeignete Mitarbeiter oder Auftragnehmer zu finden. Bei oDesk kann man zum Beispiel internationale Jobs ausschreiben nach dem Motto, „suche jemanden, der auf Koreanisch Support machen kann“ oder „brauche einen Übersetzer für Thailändisch“. Auch internationale Datenbanken wie voices.com gibt es für viele Berufe und Branchen.

Erschienen im BMWi-eMagazin "Start-ups go international", November 2015.