Krankenversicherung

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Selbständige können entweder Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder sich über eine private Krankenversicherung absichern.

Wer zuvor sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder familienversichert war, hat die Wahl zwischen

  • einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung oder
  • einer privaten Krankenversicherung.

Krankenversicherung informieren

Der Schritt in die berufliche Selbständigkeit muss der Krankenversicherung gemeldet werden. Diese überprüft zunächst, ob es sich um eine haupt- oder nebenberufliche Tätigkeit handelt und legt daraufhin die Beitragshöhe fest. Dabei spielen unter anderem der zeitliche Rahmen, aber auch die voraussichtliche Höhe der Einnahmen eine Rolle.

Selbständige, die keine Absicherung im Krankheitsfall haben, zuletzt privat krankenversichert waren oder der privaten Krankenversicherung (PKV) zuzuordnen sind, können sich in einem Basistarif bei einer privaten Krankenversicherung absichern. Er ist nach Art, Umfang, Leistung und Höhe vergleichbar mit der gesetzlichen Krankenkasse.

Private oder gesetzliche Krankenversicherung

Bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung sollten Sie die damit verbundenen Vor- und Nachteile abwägen. Denn wer sich für ein privates Krankenversicherungsunternehmen entscheidet, hat als beruflich Selbständiger keine Möglichkeit mehr, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren. Ausführliche Informationen und Beratung dazu bieten zum Beispiel die Verbraucherzentralen.

Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung

Für freiwillig versicherte Selbständige sowie Versicherte der Künstlersozialkasse beträgt der allgemeine Beitragssatz 14,6 Prozent (2018). Mit dem allgemeinen Beitragssatz haben Sie bei Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf Krankengeld. Die Entscheidung für eine Absicherung mit Krankengeld liegt bei Ihnen. Der Abschluss dieses Wahltarifs hat eine dreijährige Bindung an die gesetzliche Krankenkasse zur Folge. Alternative: Sie versichern sich über den ermäßigten Beitragssatz von 14 Prozent und schließen zusätzlich eine Krankentagegeld-Zusatzversicherung bei einer privaten Krankenversicherung ab.

Darüber hinaus können die Krankenkassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern verlangen. Dessen Höhe legt jede Krankenkasse für sich fest. Bitte erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Krankenkasse.

Für diejenigen, die bereits Mitarbeiter beschäftigen: Der Arbeitgeberbeitrag beträgt im Jahr 2018 7,3 bzw. 7 Prozent bei einem ermäßigten Beitrag.

Beitragshöhe ermitteln

Grundlage für die Berechnung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sind nicht nur Ihre Einnahmen aus hauptberuflicher selbständiger Tätigkeit, sondern auch andere Einnahmearten, wie beispielsweise Einkommen aus Vermietung und Verpachtung oder Zinseinnahmen. Insgesamt werden Ihre Einnahmen aber nur bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von 4.425 Euro (brutto) im Jahr 2018 berücksichtigt. Erzielen Sie höhere Einnahmen, müssen Sie deshalb keine höheren Beiträge zahlen, sondern höchstens

4.425 Euro x 14,6 : 100 = 646,05 Euro plus Zusatzbeitrag (wird von Krankenkasse festgelegt. Durchschnittshöhe liegt bei 1,0 %)

Bei geringeren Einnahmen als 4.425 Euro pro Monat muss die Krankenkasse prüfen, ob die gesetzliche Mindestbemessungsgrundlage von 2.283,75 Euro pro Monat zum Zug kommt. Das bedeutet: Wenn sich Ihre Einnahmen monatlich auf nicht mehr als 2.283,75 Euro belaufen, liegt der Beitrag bei monatlich höchstens

2.283,75 Euro x 14,6 : 100 = 333,42 Euro (wird von Krankenkasse festgelegt. Durchschnittshöhe liegt bei 1,0 %).

Eine Besonderheit gilt für Personen, die den Gründungszuschuss der Arbeitsagentur in Anspruch nehmen. Die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage liegt im Jahr 2018 bei monatlich 1.522,50 Euro. Für die Berechnung des Beitrags zählt, neben dem Gründungszuschuss selbst, die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Versicherten. Der zur sozialen Sicherung vorgesehene Teil des Gründungszuschusses in Höhe von monatlich 300 Euro bleibt bei den beitragspflichtigen Einnahmen jedoch unberücksichtigt.

Gut zu wissen: Bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung sollten die damit verbundenen Vor- und Nachteile abgewogen werden: Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, hat als Selbständiger keine Möglichkeit mehr, in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren.

Pflegeversicherung

Beruflich Selbständige sind über die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung gleichzeitig auch pflegeversichert. Der Beitragssatz liegt bei 2,55 Prozent (2018) des Einkommens für Versicherte mit Kindern. Für Versicherte ohne Kinder beträgt er 2,8 Prozent.

Bei der privaten Krankenversicherung besteht ebenfalls die Möglichkeit einer Kombination mit einer privaten Pflegeversicherung. Alternativ können Sie sich auch für einen anderen Anbieter entscheiden.

Familienversicherung für Teilzeitselbständige

Teilzeitselbständige, deren Gesamteinkommen 435 Euro monatlich (Stand: 2018) nicht übersteigt, dürfen beitragsfrei in der Familienversicherung bleiben.

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