Kunst und Medien

Aktuelle Bewertung:  4.5 von  5 Sternen - 52 Bewertungen

In der Regel können freischaffende Künstler und Publizisten, ganz gleich, ob es sich um Journalisten, Bildhauer oder Schauspieler handelt, sofort mit ihrer Arbeit starten.

Wenn Sie Absolventin oder Absolvent einer Musikhochschule, Kunsthochschule oder Journalistenschule sind, haben Sie Ihre Qualifikation schwarz auf weiß. Prüfen Sie aber genau, ob das reicht. Viele Künstler und Publizisten sind zudem nicht selten "fachfremde" Quereinsteiger. Auch sie müssen sich mit ihren Wettbewerbern messen lassen. Vergleichen Sie sich - möglichst realistisch - mit Künstlern und Publizisten Ihrer Sparte und stellen Sie fest, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen.

Keine Angst vor Zahlen

Bei vielen Freiberuflern handelt es sich um Solo-Selbständige. Sie erfordern natürlich nicht denselben kaufmännischen Aufwand wie ein Unternehmen mit zehn oder noch mehr Angestellten.

Dennoch: Auch wenn Sie mit Steuern und Buchführung nicht zu tun haben möchten und alles an einen Steuerberater übergeben, sollten Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben kennen. Der regelmäßige Blick auf die Zahlen hat schon manche Bruchlandung verhindert. Besuchen Sie am besten einen Existenzgründungskurs der Industrie- und Handelskammer. Dort lernen Sie das unternehmerische 1x1.

Businessplan

Wie stellen Sie sich den Weg zu Ihrem Start-up vor? Um den Überblick zu behalten, halten Sie am besten schriftlich fest, welche Ziele Sie mit Ihrer Selbständigkeit verfolgen und wie Sie diese Ziele erreichen können. Hilfestellung bietet Ihnen dabei die Checkliste „Konzeptvorbereitung für Künstler und Publizisten" ( Check­lis­te: Kon­zept­vor­be­rei­tung für Künst­ler und Pu­bli­zis­ten (PDF, 69 KB)).

Klären: Freiberufler oder nicht

Vor allem bei den kreativen Berufen ist die Leistung, das Werk, der Text nicht von der Person des Selbständigen zu trennen ist. Sie zählen daher meist zu den Freien Berufen.

Auch wenn daher eine Vielzahl der künstlerischen und publizistischen Berufe den Freien Berufen zugeordnet werden, kann es bei dem ein oder anderen Fall Zweifel geben. Aus steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Gründen sollten Sie daher frühzeitig die beiden folgenden Fragen klären:

Sind Sie künstlerisch, kunsthandwerklich oder kunstgewerblich tätig?

Diese Abgrenzung ist nicht immer ganz einfach zu treffen. Als Faustregel gilt: Je höher der Gebrauchswert der künstlerischen Produkte, desto eher handelt es sich um ein Gewerbe oder Handwerk. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Sollten Sie sich nicht sicher sein, erkundigen Sie sich bei Ihrem Finanzamt, Berufsverband oder der Künstlersozialversicherung.

Sind Sie tatsächlich selbständig tätig oder eher abhängig beschäftigt?

Journalisten, Autoren, Bildhauer, Fotografen, Komponisten oder Übersetzer, Solisten und eine Reihe anderer Berufsgruppen gelten als selbständig, wenn sie z.B. für verschiedene Produktionen - auch bei nur einem Auftraggeber - jeweils einzelne Verträge abschließen.

Dennoch: Sollten Sie sich nicht im Klaren darüber sein, ob Sie tatsächlich selbständig oder eher abhängig beschäftigt bzw. scheinselbständig sind, wenden Sie sich an die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung.

Kennzeichen freiberuflicher Künstler und Publizisten

Freiberufliche Künstler und Publizisten

  • zahlen Einkommensteuer
  • ermitteln ihren Gewinn aus einer einfachen Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben
  • führen in den meisten Fällen sieben (und nicht 19) Prozent Mehrwertsteuer ab
  • müssen sich in der Künstlersozialkasse versichern

Und sie

  • benötigen keinen Gewerbeschein
  • zahlen keine Gewerbesteuer
  • müssen dem Finanzamt keine Bilanzen vorlegen

Anmeldung

Wenn klar ist, dass Sie Ihre Tätigkeit zu den Freien Berufen gehört, benötigen Sie nur eine Steuernummer, die Sie beim zuständigen Finanzamt beantragen. Die Steuernummer sollten Sie spätestens vier Wochen nach Aufnahme Ihrer Tätigkeit beantragen. Nach Erhalt sind Sie beim Finanzamt registriert und müssen jedes Jahr Einkommensteuer abführen. Prüfen Sie vor der Anmeldung beim Finanzamt auch, ob für Sie die Anwendung der Kleinunternehmerregelung sinnvoll ist.

Außerdem müssen Sie sich bei der Künstlersozialkasse melden. Die Künstlersozialkasse (KSK) ist zuständig für die Künstlersozialversicherung. Über die KSK werden selbständige Künstler und Publizisten gesetzlich renten-, kranken- und pflegeversichert. Es handelt sich um eine Pflichtversicherung. Das heißt, wer die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Künstlersozialkasse erfüllt, muss sich dort auch versichern.

Erkundigen Sie sich, ob Sie Mitglied einer Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung, werden müssen. Ob dies der Fall ist, erfahren Sie bei er Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Gut zu wissen:

Das Urheberrecht schützt die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst. Es muss nicht extra beantragt werden, sondern entsteht automatisch. Die gesetzliche Grundlage für das Urheberrecht finden Sie auf der Seite des Bundesjustizministeriums.

Artikel bewerten

Ihre Meinung ist uns wichtig. Bitte bewerten Sie diesen Artikel.

Artikelbewertung*

Bitte begründen Sie Ihre Bewertung und helfen Sie uns bei der Verbesserung des Existenzgründungsportals.

Gründe für eine neutrale oder negative Bewertung

Zum Creative Commons Lizenzvertrag - öffnet sich in einem neuem Fenster

Der Artikeltext auf dieser Seite steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.