Übergabe gestalten

Je nachdem, ob Sie als Sohn oder Tochter, als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Unternehmens oder als externer Übernehmer die Führung übernimmt, ergeben sich bei einer Nachfolge unterschiedliche zwischenmenschliche Konstellationen.

Unternehmerische Initiative unter Beweis stellen

Während des Übergabeprozesses müssen Sie die Initiative für den Rollenwechsel übernehmen. Das heißt: Sie müssen klar machen, wie sehr die Selbständigkeit für Sie ein Stück Selbstverwirklichung ist, die permanentes "Hineinreden" nicht verträgt. Sie sollten Ihre Vorstellungen und Erwartungen deutlich formulieren und äußern. Das betrifft sowohl Ihre unternehmerischen Pläne als auch die Rolle des Seniors nach dem "Stabwechsel". Es gehört auch zu Ihren Aufgaben, Gespräche mit den verschiedenen Partnern anzuregen, Vorschläge hinsichtlich der Rollenverteilung zu machen und die Gespräche zu führen. Damit stellen Sie auch die Fähigkeit zur unternehmerischen Initiative unter Beweis.

Unternehmerische Visionen entwickeln

Ein weiterer wichtiger Punkt, der den Übernahmeprozess stocken lässt, ist die oftmals fehlende Vision der Nachfolgerin bzw. des Nachfolgers. Was möchten Sie persönlich und unternehmerisch langfristig erreichen? Dabei geht es nicht nur um die Erhöhung der Umsatzzahlen, die Verbesserung der Produkt- und Servicequalität oder die Expansion des Unternehmens. Auch übergeordneten Ziele bzw. Werte spielen eine wichtige Rolle: Auf welche Weise kann das Unternehmen zum Beispiel Ihr soziales Engagement oder Umweltbewusstsein, Ihre Vorstellungen von Mitarbeiterpartizipation und zukunftsweisenden Führungsmodellen zum Ausdruck bringen? Die Identität des Unternehmens wird maßgeblich durch die persönlichen Werte und Ziele der Inhaberin oder des Inhabers bestimmt. Nur auf diese Weise können sich Nachfolger und Mitarbeiter mit ihrer Arbeit bzw. ihrem Unternehmen identifizieren.

Tipps für die familieninternen Nachfolge

Ist es tatsächlich Ihr Wunsch als Sohn oder Tochter das Unternehmen Ihrer Eltern zu übernehmen? Oder geht es vor allem darum, den Erwartungen Ihrer Eltern zu entsprechen und die Familientradition fortzusetzen? Klären Sie, auch mit Hilfe externer Unterstützung, ob Sie willens und in der Lage sind den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

Tipps für die externe Nachfolge

Eine externe Nachfolgerin bzw. ein externer Nachfolger muss sich der Unternehmerfamilie erst beweisen und sich seine Autorität ihr und der Belegschaft gegenüber erst erarbeiten, vor allem dann, wenn Familienmitglieder noch im Unternehmen arbeiten.

Wer als Angestellter das Unternehmen seines Chefs übernimmt, tritt in den dafür notwendigen Gesprächen nicht mehr als Angestellter, sondern als gleichberechtigter Geschäftspartner auf. Das heißt, er oder sie kann und muss seinem Gegenüber womöglich auch widersprechen und sich durchsetzen. Dies ist kein einfacher Rollenwechsel, auch nicht für den Inhaber, der lernen muss in seinem bislang weisungsbefugten Angestellten seinen zukünftigen Nachfolger zu sehen und dessen Entscheidungen zu akzeptieren.

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